Die deutsche Diözese Hildesheim befragt Priester und Laien vor der Wahl ihres neuen Bischofs

Die deutsche Diözese Hildesheim befragt Priester und Laien vor der Wahl ihres neuen Bischofs
Catedral de Santa María de Hildesheim / Crédito: Roland Struwe

Die deutsche Diözese Hildesheim hat einen Konsultationsprozess eingeleitet, um die Meinung von Priestern und Gläubigen zum Profil ihres nächsten Bischofs einzuholen, nachdem der Bischofssitz am vergangenen 21. Juni durch die Versetzung von Monsignore Heiner Wilmer in die Diözese Münster vakant geworden war.

Die Initiative kombiniert die Beratung des Diözesan-Pastoralrats, an dem auch Laien teilnehmen, mit einer Reihe offener Treffen, die vom Domkapitel organisiert werden, dem das Recht zur Wahl des neuen Bischofs zusteht.

Am 15. September werden die acht Domherren des Kapitels in acht Orten der Diözese Versammlungen abhalten, um den Gläubigen zu erläutern, wie der Prozess bis zur Ernennung des neuen Hirten ablaufen wird. Jedes Treffen beginnt mit einer liturgischen Feier und setzt sich mit einem Dialograum zwischen den Teilnehmern und den Mitgliedern des Domkapitels fort.

Das Domkapitel wählt den neuen Bischof

Wie das deutsche Medium Katholisch.de erklärt, richtet sich die Wahl des neuen Bischofs von Hildesheim nach den Bestimmungen des Preußischen Konkordats von 1929, das weiterhin die Ernennung von Bischöfen in mehreren deutschen Diözesen regelt.

Gemäß diesem Verfahren erstellt das Domkapitel eine erste Kandidatenliste, die über den Apostolischen Nuntius an den Vatikan weitergeleitet wird. Der Heilige Stuhl kann diesen Vorschlag ändern oder neue Namen hinzufügen, bevor er die endgültige Dreierliste von drei Kandidaten erstellt.

Anschließend wählt das Domkapitel selbst den neuen Bischof aus diesen drei Namen aus, während die offizielle Ernennung schließlich Papst Leo XIV. obliegt. Nach Erfahrungen früherer Verfahren könnte die Ernennung etwa ein Jahr dauern, während der Sitz weiterhin vakant bleibt.

Deutschland wendet ein Modell an, das die Synode nun prüft

Die von der Diözese Hildesheim angestoßene Konsultation stellt in Deutschland keine Neuheit dar. In den letzten Jahren haben auch andere Diözesen wie Münster und Paderborn Mechanismen zur Beteiligung von Laien und beratenden Gremien in den Vorphasen der Wahl neuer Bischöfe eingeführt.

Dieses Modell stimmt mit einigen der Vorschläge überein, die im vergangenen Mai von einer der Studiengruppen der Synode über die Synodalität vorgelegt wurden. Im ersten Teil ihres Berichts über die Figur des Bischofs schlug die Gruppe vor, die Konsultationen vor Bischofsernennungen zu erweitern und dabei nicht nur die Priester- und Pastoralräte, sondern – wenn die Umstände es zulassen – auch Vertreter der Laien, der Ordensleute, der Jugend und anderer Bereiche des kirchlichen Lebens einzubeziehen.

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