Der Heilige Stuhl ernennt einen Apostolischen Administrator für Northampton nach der Anklage seines Bischofs wegen mutmaßlicher Vergewaltigung einer Minderjährigen

Der Heilige Stuhl ernennt einen Apostolischen Administrator für Northampton nach der Anklage seines Bischofs wegen mutmaßlicher Vergewaltigung einer Minderjährigen

Der Heilige Stuhl gab am Dienstag die Ernennung des Erzbischofs von Westminster, Msgr. Richard Moth, zum Apostolischen Administrator sede plena et ad nutum Sanctae Sedis der englischen Diözese Northampton bekannt. Diese Entscheidung erfolgte nach den Vorwürfen gegen deren Bischof David Oakley. Die Maßnahme soll die Kontinuität der pastoralen Leitung der Diözese gewährleisten, ohne den Bischofssitz für vakant zu erklären, der kanonisch weiterhin von Oakley besetzt bleibt.

Die Entscheidung erfolgt nur wenige Tage, nachdem die Diözese bestätigt hatte, dass Oakley offiziell wegen zweier mutmaßlicher Vergewaltigungen einer Minderjährigen unter 16 Jahren angeklagt wurde. Die mutmaßlichen Taten sollen sich laut polizeilichen Ermittlungen zwischen 2000 und 2001 ereignet haben, als er noch Priester der Erzdiözese Birmingham war. Der 70-jährige Bischof ist seit Oktober 2025 von seinen Aufgaben entbunden und muss sich am 14. August vor einem britischen Gericht verantworten.

Mit der Ernennung eines Apostolischen Administrators sede plena belässt der Heilige Stuhl Oakley als Titularbischof von Northampton, überträgt jedoch die tatsächliche Leitung der Diözese an Msgr. Moth, solange der Prälat sein Amt nicht ausüben kann. Die Bischofskonferenz von England und Wales erklärte, dass diese kanonische Figur genau dazu dient, die pastorale Kontinuität zu sichern, wenn ein Diözesanbischof an der Ausübung seines Amtes gehindert ist.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe äußerten die englischen Bischöfe ihre tiefe Bestürzung und baten erneut um Vergebung bei den Opfern von Missbrauch innerhalb der Kirche.

„Wir sind uns bewusst, dass diese Anklage bei vielen Menschen schmerzhafte Erinnerungen wecken kann, und bitten erneut vorbehaltlos um Entschuldigung bei all jenen, die durch Missbrauch in der katholischen Kirche in England und Wales verletzt wurden“, hieß es in einer Erklärung, in der sie auch ihr Bekenntnis zu einer Null-Toleranz-Politik und zur Stärkung der Schutzmechanismen für Minderjährige und schutzbedürftige Personen bekräftigten.

Der neue Apostolische Administrator, Msgr. Richard Moth, wurde im Dezember 2025 zum Erzbischof von Westminster ernannt und folgte damit Kardinal Vincent Nichols an der Spitze der wichtigsten katholischen Diözese Englands und Wales’. Mit seiner bisherigen Erfahrung als Bischof von Arundel and Brighton und als Militärordinarius für Großbritannien wird er nun die Leitung von Westminster mit der zeitweiligen Verwaltung der Diözese Northampton verbinden.

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