Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, hat den Erzbischof von Köln, Kardinal Rainer Maria Woelki, mit der Goldenen Jerusalem-Palme für sein Engagement im Heiligen Land und insbesondere für die Unterstützung der christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde am Dienstag in Jerusalem während des Solidaritätsbesuchs des deutschen Kardinals in der Region überreicht.
Die Goldene Jerusalem-Palme ist die höchste Auszeichnung des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem für Kleriker und würdigt außergewöhnliche Verdienste um das Heilige Land. Pizzaballa dankte Woelki und seinen Mitarbeitern für ihre ständige Arbeit zugunsten der Menschen im Nahen Osten, mit besonderer Aufmerksamkeit für die Christen.
„Manchmal glaube ich, dass die deutschen Helfer die Situation vor Ort besser kennen als ich. Das zeigt ein großes Interesse am Leben hier“, sagte der Patriarch bei der Verleihung, wie das Erzbistum Köln mitteilte.
Auch George Akroush, Leiter des Projektentwicklungsbüros des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, dankte der Unterstützung der Kirche von Köln: „Ich danke von Herzen, dass die Kirche von Köln den Menschen hier so nahe ist“.
Woelki: „Die Christen hier sind nicht vergessen“
Woelki erhielt die Auszeichnung während einer Solidaritätsreise ins Heilige Land, die zwischen dem 24. und 27. August stattfindet. Der Erzbischof von Köln ist zudem Präsident des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande (Deutscher Verein vom Heiligen Lande), einer katholischen Organisation, die sich der Unterstützung der Christen und verschiedener religiöser und sozialer Einrichtungen in der Region widmet.
Der Kardinal zeigte sich überrascht von der Auszeichnung und versicherte, dass sowohl er als auch die deutsche Erzdiözese ihr Engagement für die verfolgten und bedürftigen Christen im Nahen Osten aufrechterhalten werden.
„Unsere Herzen sind bei der Kirche von Jerusalem. Und die Christen hier sind nicht vergessen, vor allem in Palästina. Wir werden weiterhin helfen, beten und tun, was wir können“, erklärte Woelki.
Die Reise zielt darauf ab, die Situation der christlichen Gemeinschaften in einer von Krieg und humanitärer Krise geprägten Region direkt kennenzulernen. Vor seiner Abreise hatte der Kardinal erklärt, er wolle sich insbesondere mit verfolgten und vertriebenen Menschen treffen, und warnte davor, dass die Präsenz der Christen im Heiligen Land „zunehmend bedroht“ sei.
Das Programm umfasste Begegnungen mit Christen und Verantwortlichen sozialer Initiativen sowie Treffen mit Pizzaballa und deutschen diplomatischen Vertretern. Am Dienstag feierte Woelki zudem die Messe in der Basilika des Heiligen Grabes in Jerusalem.
Auszeichnung auch für einen Mitarbeiter der Erzdiözese
Pizzaballa zeichnete außerdem Nadim Ammann, Leiter des Bereichs Weltkirche und Dialog im Erzbistum Köln, für seine Arbeit zugunsten des Heiligen Landes aus.

Als Laie erhielt Ammann das Verdienstkreuz mit goldenem Stern des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.
Woelki beendet damit seine Reise ins Heilige Land nach einer Woche, die von Begegnungen mit den lokalen Gemeinschaften und der Unterstützung einer christlichen Präsenz geprägt war, die der Kardinal selbst vor seiner Abreise als zunehmend bedroht beschrieben hatte.