Der Heilige Stuhl gab am Mittwoch die Bischofsweihe von Monsignore Francisco Javier Duan Yongkun zum Koadjutorbischof von Bameng in der Autonomen Region Innere Mongolei bekannt.
Laut Vatikan hatte Leo XIV. seine Kandidatur am vergangenen 15. Juni genehmigt, doch die Ernennung wurde erst am Tag der Bischofsweihe öffentlich gemacht, wie bereits in der vergangenen Woche bei der Ernennung von Monsignore Giuseppe Chang Yanfeng zum Bischof von Chifeng.
Ein Priester mit Ausbildung in China und Taiwan
Francisco Javier Duan Yongkun wurde am 6. Dezember 1980 in Hangjin Houqi in der Inneren Mongolei geboren. Er studierte von 2000 bis 2007 am Theologischen Seminar von Hebei und vertiefte anschließend seine Ausbildung an der Universität Peking und an der Universität für Fremdsprachen in Peking.
Am 1. Januar 2011 wurde er für die Diözese Bameng zum Priester geweiht. Zwischen 2013 und 2016 studierte er an der Katholischen Fu-Jen-Universität in Taiwan. Nach seiner Rückkehr leitete er das diözesane Ausbildungszentrum und wurde später zum Generalvikar der Diözese sowie zum Pfarrer der Kathedrale ernannt – Ämter, die er bis zu seiner Ernennung zum Koadjutorbischof innehatte.
Zweite Ernennung innerhalb einer Woche
Die Weihe von Duan Yongkun ist die zweite Bischofsweihe, die der Vatikan innerhalb einer Woche in China bekannt gab, nach der von Giuseppe Chang Yanfeng in der Diözese Chifeng, die ebenfalls in der Inneren Mongolei liegt.
Die Ernennung erfolgt zudem wenige Tage nach Inkrafttreten der neuen Vorschriften der chinesischen Behörden zur Stärkung der politischen Kontrolle über den offiziellen katholischen Klerus, einer Regelung, die von Priestern und Bischöfen eine stärkere Loyalität gegenüber den Richtlinien der Kommunistischen Partei und der Politik der „Sinaisierung“ der Religionen verlangt.
Ein Abkommen, das weiterhin vertraulich bleibt
Die Ernennung von Duan Yongkun steht im Rahmen des Vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und Peking, das 2018 zur Regelung der Bischofsernennungen in China unterzeichnet und 2024 um weitere vier Jahre verlängert wurde.
Obwohl der Vatikan betont, dass dieser Mechanismus die Beteiligung des Papstes an der Bischofswahl gewährleistet und den Dialog mit den chinesischen Behörden offen hält, wurde der Text des Abkommens nie veröffentlicht und bleibt weiterhin Gegenstand von Kritik seitens Mitgliedern der Untergrundkirche, Religionsfreiheitsexperten und verschiedener westlicher Politiker, die der Ansicht sind, dass Peking weiterhin einen entscheidenden Einfluss auf das Leben der katholischen Kirche im Land ausübt.