Ein Erdbeben der Stärke 4,7 verursacht Schäden an Kirchen im Süden Italiens

Ein Erdbeben der Stärke 4,7 verursacht Schäden an Kirchen im Süden Italiens
Foto: Roberto Della Rocca

Ein Erdbeben der Stärke 4,7, das am Freitag, dem 31. Juli, registriert wurde, verursachte erhebliche Schäden an mehreren Kirchen in Pozzuoli, einer Stadt in der Nähe von Neapel im Süden Italiens. Das Beben, gefolgt von weiteren Erschütterungen, betraf auch Wohnhäuser, Geschäfte und Infrastrukturen in der Region.

Die Diözese Pozzuoli und Ischia teilte am Samstag, dem 1. August, mit, dass das erste Beben um 19:46 Uhr am Vortag stattgefunden habe und die nachfolgenden Erschütterungen eine „wirklich schwierige“ Lage hinterlassen hätten. Laut der Mitteilung wiesen die wenigen Kirchen in Pozzuoli, die noch für den Gottesdienst geöffnet waren, „erhebliche Schäden“ auf.

Bischof Carlo Villano erklärte, dass das Diözesanamt für Kulturgüter die Inspektionen intensiviert habe, um den Zustand der Kirchen zu überprüfen. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung hatte die Diözese weder eine vollständige Liste der betroffenen Kirchen veröffentlicht noch angegeben, wie viele von ihnen die Gottesdienste aussetzen müssten.

Schäden an den Kirchen von Pozzuoli

Einer der sichtbarsten Schäden ereignete sich in der Kirche San Francesco d’Assisi und Sant’Antonio da Padova im Zentrum von Pozzuoli, wo ein Teil der Seitenwand des Glockenturms teilweise einstürzte. Der Einsturz verursachte keine Verletzten und keine Schäden an benachbarten Gebäuden, so die italienischen Behörden.

Die Kirche war bereits wegen ihres Erhaltungszustands für den Gottesdienst geschlossen und befand sich in Restaurierungs- und Sicherungsarbeiten. Die Fassade war im Dezember 2025 gesichert worden, und die strukturellen Arbeiten begannen im März dieses Jahres.

Die Kirche war in die öffentlichen Pläne zur Sanierung und zum Erdbebenschutz der Gotteshäuser in der Region einbezogen. Laut dem italienischen Kulturministerium trugen die vor dem Erdbeben durchgeführten Maßnahmen dazu bei, die Schäden zu begrenzen. Die Techniker müssen nun die Wiederherstellung der eingestürzten Teile und die Fortsetzung der Arbeiten bewerten.

Die Diözese bittet um Unterstützung für vulnerable Personen

„Ich drücke die Nähe der Kirche zur Bevölkerung, zu den Ordnungs- und Sicherheitskräften und zu allen aus, die an den Zivilschutzmaßnahmen beteiligt sind“, erklärte Villano in der Mitteilung vom Samstag.

Der Bischof forderte die Gemeinschaft auf, zusammenzuhalten und besonders auf „die Schwächsten, die Kinder, die Alten und die Kranken“ zu achten. Die Diözese gab an, dass ihre erste Sorge den betroffenen Personen und Familien gelte, angesichts der zahlreichen unbewohnbaren Wohnungen und der Schäden an Geschäften und Kirchen.

Die Schifffahrt im Hafen von Pozzuoli wurde ebenfalls eingestellt, da es Probleme am Pier und an den Zufahrtswegen gab. Villano forderte, dass so schnell wie möglich daran gearbeitet werde, ihn wieder zu öffnen, da er für die wirtschaftliche und soziale Aktivität der Phlegräischen Felder und der Insel Ischia, insbesondere im Sommer, von großer Bedeutung sei.

Kirchen, die als Unterkünfte gedient hatten

Die Mitteilung erinnerte daran, dass der Bischof während früherer seismischer Ereignisse die Kirchen der Diözese als Unterkünfte angeboten hatte. Im Oktober 2023 hatte Villano erklärt, dass die Türen der Kirchen offen stünden, um zu zeigen, dass „die Kirche ein Haus für alle und für jeden ist“ und damit jeder Mensch sich „willkommen, gehört und begleitet“ fühlen könne.

Die am Freitag registrierten Schäden erschweren nun diese Funktion, da mehrere der wenigen Kirchen, die noch geöffnet waren, betroffen waren. Die von der Diözese eingeleiteten Inspektionen müssen nun feststellen, welche weiterhin sicher genutzt werden können.

Die italienische Kirche drückt ihre Nähe aus

Nach dem Erdbeben nahm der Präsident der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Matteo Maria Zuppi, Kontakt zu Villano auf, um ihm die Nähe, die Solidarität und das Gebet der Bischöfe und der italienischen Kirche zu übermitteln.

Auch der Vizepräsident der Bischofskonferenz, Bischof Francesco Savino, drückte seine Unterstützung aus und versicherte sein Gebet für die Gemeinden von Pozzuoli, die Phlegräischen Felder und Neapel, die erneut „Momente der Angst und großer Sorge“ durchleben müssen.

Die italienische Kirche vertraute die Familien, die besonders vulnerablen Personen und die betroffenen Gemeinschaften an und wünschte ihnen „Ruhe, Kraft und Hoffnung“.

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