Eine Gruppe von Professoren, Historikern, Schriftstellern, Juristen, Akademikern und Vertretern kultureller Vereinigungen hat einen Brief an Papst Leo XIV. über die Apostolische Nuntiatur in Spanien übermittelt, um den Schutz des Valle de los Caídos zu erbitten und ihren Widerspruch gegen den vom spanischen Staat vorangetriebenen Prozess der „Umdeutung“ der Anlage von „Cuelgamuros“ zum Ausdruck zu bringen.
Die Initiative wurde von der Plattform Or-Acción Alianza Santo Tomás Moro angestoßen. In dem Schreiben wenden sich die Unterzeichner an den Papst kraft des den Gläubigen durch Kanon 212 des Codex des Kanonischen Rechts zuerkannten Rechts, ihren Hirten ihre Sorgen über Fragen mitzuteilen, die das Leben der Kirche betreffen.
Verteidigung der Basilika und der Benediktinerabtei gefordert
Mit „Bestürzung und Trauer“ angesichts der Nachrichten über die künftige Umdeutung des Valle de los Caídos sehen sie in den Plänen der Regierung eine Bedrohung für die Integrität der päpstlichen Basilika, der Benediktinerabtei und des auf dem Gelände befindlichen Friedhofs.
Der Brief erinnert daran, dass die Abtei von Pius XII. durch das Apostolische Schreiben Stat Crux errichtet und die Basilika später durch eine Entscheidung des heiligen Johannes XXIII. zur Basilica minor erhoben wurde. Die Initiatoren vertreten die Auffassung, dass die Gesamtanlage ein Ort des Gebets, der Versöhnung und des christlichen Gedenkens sei, der bewahrt werden sollte.
Zugleich verteidigen sie die Ansicht, dass der Ort zu einem Begegnungs-, Friedens- und Versöhnungsort für die spanischen Familien werden könne, überragt vom monumentalen Kreuz, das das Gelände beherrscht.
Kritik an einem von der Heiligen Stuhl verbreiteten Dokument
Neben der Frage des Valle de los Caídos bringt das Schreiben auch Unmut über ein kürzlich von der Heiligen Stuhl anlässlich der Papstreise nach Spanien veröffentlichtes Informationsdokument zum Ausdruck. Die Unterzeichner sind der Ansicht, dass der Text Bewertungen zur politischen und sozialen Lage in Spanien enthielt, die bei zahlreichen Gläubigen Verwirrung ausgelöst haben.
Die Plattform hält insbesondere die positiven Bezugnahmen auf bestimmte Sozialpolitiken der derzeitigen Regierung für problematisch und argumentiert, dass diese schwer mit Fragen wie dem Schutz des Lebens, der Familie oder der Erziehung aus der Perspektive der katholischen Lehre in Einklang zu bringen seien.
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Aufforderung an den Papst um Klarstellung
Zu den konkreten Anliegen, die an Leo XIV. gerichtet werden, gehört eine ausdrückliche Verteidigung der Territorialabtei, der päpstlichen Basilika und des von der Benediktinergemeinschaft betreuten Friedhofs. Die Unterzeichner bitten den Papst darüber hinaus, den Ort als Raum der Versöhnung, des Gebets sowie der moralischen und sozialen Erneuerung zu fördern.
Zugleich fordern sie eine öffentliche Klarstellung, die den Eindruck zerstreut, die Kirche unterstütze politische oder soziale Positionen, die dem Evangelium widersprechen. Ihrer Ansicht nach haben bestimmte Interpretationen des genannten vatikanischen Dokuments bei zahlreichen Katholiken Ratlosigkeit hervorgerufen und bedürfen einer Erklärung durch den Heiligen Stuhl.
Unterzeichner aus Wissenschaft, Kultur und Verbänden
Das Schreiben, datiert auf den 5. und 6. Juni, wird von Dutzenden Personen aus Wissenschaft, Kultur, Berufswelt und Vereinswesen unterstützt. Unter den Unterzeichnern befinden sich Universitätsprofessoren, Historiker, Schriftsteller, Juristen, Ökonomen, Vertreter hispanistischer Vereinigungen und weitere Persönlichkeiten aus dem Kulturbereich.
Der Brief schließt mit der erneuten Bekräftigung der Verbundenheit der Initiatoren mit dem Apostolischen Stuhl und der Bitte an den Heiligen Vater, die Sorgen derjenigen anzuhören, die sowohl die Erhaltung des Valle de los Caídos als auch die doktrinäre Klarheit im öffentlichen Leben als besonders wichtige Anliegen zahlreicher spanischer Gläubiger betrachten.