Santa Teresa wird León XIV beim Corpus in Madrid begleiten: Der Papst wird einen Kelch mit dem Bild der Mystikerin aus Ávila verwenden

Santa Teresa wird León XIV beim Corpus in Madrid begleiten: Der Papst wird einen Kelch mit dem Bild der Mystikerin aus Ávila verwenden

Santa Teresa von Jesus wird auf besondere Weise bei der historischen Feier des Fronleichnamsfestes anwesend sein, das Leo XIV. diesen Sonntag auf dem Plaza de Cibeles in Madrid vor mehr als anderthalb Millionen Gläubigen leiten wird. Der Papst wird während der Eucharistiefeier einen wertvollen Kelch aus dem 19. Jahrhundert verwenden, auf dem das Bild der großen Reformatorin des Karmel neben anderen herausragenden Gestalten der christlichen Tradition eingraviert ist.

Laut Angaben der Diözese Ávila handelt es sich bei dem für die Feier ausgewählten Stück um den sogenannten „Kelch der Königin Mercedes“, ein herausragendes Werk neugotischer Goldschmiedekunst, das neben seinem künstlerischen und historischen Wert nun durch die Anwesenheit der heiligen Abulenserin bei einer der größten religiösen Veranstaltungen, an die man sich in Spanien erinnert, eine besondere Symbolkraft erhält.

Foto: Museo de la Almudena

Ein Geschenk der Königin Mercedes an die Schwestern von der Aufnahme

Die Geschichte des Kelchs reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Das Stück wurde von María de las Mercedes de Orleans y Borbón, Ehefrau von Alfons XII. und Königin-Gemahlin von Spanien, in Auftrag gegeben, als Zeichen der Zuneigung gegenüber den Schwestern von der Aufnahme, einer Kongregation, in der sie einen Teil ihrer Studien in Paris absolviert hatte.

Die Beziehung zwischen der späteren Königin und den Ordensschwestern war besonders eng. Tatsächlich wird in den Archiven der Kongregation ein Brief aufbewahrt, in dem María de las Mercedes einer ihrer ehemaligen Lehrerinnen ihre bevorstehende Heirat mit Alfons XII. mitteilte.

Als Erinnerung an diese Verbindung beauftragte die Königin das renommierte Haus Ansorena mit der Anfertigung eines Kelchs von außergewöhnlichem künstlerischem Reichtum. Das Werk zeichnet sich durch seinen neugotischen Stil aus, der für das späte 19. Jahrhundert typisch ist, sowie durch eine sorgfältige Verzierung, die Email, Edelsteine und pflanzliche Motive kombiniert.

Santa Teresa unter den dargestellten Figuren

Am Fuß des Kelchs sind mehrere Figuren dargestellt, die in der katholischen Tradition besonders verehrt werden. Neben einem gekreuzigten Christus erscheinen die Unbefleckte Empfängnis, die heilige Katharina von Siena, die heilige Märtyrerin Cäcilia, die heilige Rita von Cascia und die heilige Teresa von Jesus.

Die Anwesenheit der heiligen Abulenserin erhält eine besondere Bedeutung bei einer international ausstrahlenden Feier, die vom Nachfolger Petri geleitet wird. Ihr Bild wird den Papst genau während des zentralen Moments der Messe begleiten.

Vom Erbe der Ordensschwestern zum Altar des Papstes

Auch die jüngere Geschichte des Stücks ist außergewöhnlich.

Im März 2022, anlässlich der Feier des Plenar-Generalkapitels der Schwestern von der Aufnahme in Madrid, beschloss die Kongregation, sowohl den Kelch als auch ein mit derselben historischen Tradition verbundenes Monstranz dem damaligen Erzbischof von Madrid, Kardinal Carlos Osoro, zu schenken.

Mit dieser Geste sollten die fünfzigjährige Priesterweihe des asturischen Prälaten gewürdigt werden, der die Eröffnungseucharistie des Treffens leitete und anschließend einen Tag der Begegnung mit Ordensschwestern aus verschiedenen Ländern der vier Kontinente teilte.

Später gingen beide Stücke in den Besitz der Kathedrale von La Almudena über, wo sie derzeit aufbewahrt werden.

Der Kelch und die Monstranz, die Leo XIV. verwenden wird

Die Fronleichnamsfeier wird es ermöglichen, diese beiden historischen Stücke gemeinsam zu betrachten.

Der Kelch wird von Leo XIV. während der eucharistischen Wandlung verwendet, während die Monstranz die konsekrierte Hostie nach Beendigung der Kommunion aufnehmen wird.

Gemäß dem vorgesehenen Programm wird der Papst das Gebet nach der Kommunion leiten, das Allerheiligste Sakrament inzensieren und die eucharistische Prozession durch das Zentrum von Madrid anführen. Am Ende des Weges wird er erneut die Anbetung und den feierlichen Segen mit der Monstranz vollziehen.

Auf diese Weise werden zwei Objekte, die aus der Beziehung zwischen Königin Mercedes und den Schwestern von der Aufnahme entstanden sind, wieder einen zentralen Platz in der Feier einnehmen.

Die Verbindung von Leo XIV. mit Santa Teresa

Die letzte Reise, die Robert Francis Prevost vor seiner Wahl zum Papst nach Spanien unternahm, hatte genau Ávila zum Ziel. Im Oktober 2024 besuchte er das Geburtshaus der heiligen Teresa und die ihr gewidmete Basilika und hinterließ einen Eintrag im Gästebuch des Heiligtums.

Monate später wird er als Leo XIV. während einer Feier, die dem eucharistischen Geheimnis gewidmet ist, symbolisch wieder mit ihr zusammentreffen. Wenn der Papst während der Fronleichnamsmesse auf dem Plaza de Cibeles den Kelch erhebt, werden Millionen von Gläubigen ein Stück von außergewöhnlichem historischem und künstlerischem Wert betrachten. Darauf wird auch das Bild der Heiligen eingraviert sein, die Ávila zu einem der großen geistlichen Zentren der Christenheit gemacht hat.

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