Vierzehn Bischöfe werden an der March for Life im Vereinigten Königreich teilnehmen, nachdem die Abtreibung extrem liberalisiert wurde

Vierzehn Bischöfe werden an der March for Life im Vereinigten Königreich teilnehmen, nachdem die Abtreibung extrem liberalisiert wurde
Foto: March for Life UK

Die nächste March for Life im Vereinigten Königreich wird von vierzehn katholischen Bischöfen unterstützt – eine Zahl, die die bischöfliche Beteiligung der Vorjahre verdoppelt und eines der größten öffentlichen Bekenntnisse der britischen katholischen Hierarchie zu dieser Veranstaltung seit ihrer Gründung 2012 darstellt.

Laut Angaben von March for Life UK findet die Demonstration am 5. September in London statt und wird Gläubige, Lebensrechtsorganisationen sowie Vertreter verschiedener christlicher Konfessionen zusammenführen, um das menschliche Leben von der Empfängnis an zu verteidigen und den Vormarsch der Abtreibungskultur im Vereinigten Königreich anzuprangern.

Erstmals wird auch der Erzbischof von Westminster, Richard Moth, teilnehmen und zudem die Eröffnungsmesse der Veranstaltung leiten. Zugesagt haben außerdem die Erzbischöfe Bernard Longley von Birmingham und John Wilson von Southwark sowie elf weitere Bischöfe aus England, Schottland und Wales.

Foto: @March4LifeUK

Eine Mobilisierung nach mehreren Rückschlägen für die Lebensrechtsbewegung

Wie das National Catholic Register berichtet, erfolgt die hohe bischöfliche Beteiligung nach einem besonders schwierigen Jahr für die britische Lebensrechtsbewegung.

Zu den umstrittensten Maßnahmen zählt die Verabschiedung parlamentarischer Initiativen, die de facto die strafrechtlichen Sanktionen für Abtreibungen in jeder Phase der Schwangerschaft in England und Wales aufheben. Hinzu kommen die seit 2024 geltenden sogenannten buffer zones, die selbst das stille Gebet in der Nähe von Abtreibungseinrichtungen verbieten, sowie die Festigung des Systems der chemischen Abtreibung per Post, bei dem Frauen nach einer telemedizinischen Beratung abortive Medikamente erhalten können.

Die Direktorin von March for Life UK, Isabel Vaughan-Spruce, sieht in der Reaktion des Episkopats ein Zeichen für die Ernsthaftigkeit der gegenwärtigen Lage. „Jetzt ist der Moment, Flagge zu zeigen“, erklärte sie angesichts des wachsenden bischöflichen Rückhalts für die Veranstaltung.

Eine bischöfliche Präsenz als öffentliches Zeugnis

Die Organisatoren betonen, dass nur wenige Initiativen ein derart breites Unterstützung durch die britische katholische Hierarchie erfahren. Ihrer Ansicht nach zeigt die Anwesenheit der Bischöfe, welche Bedeutung die Kirche dem Schutz des menschlichen Lebens beimisst.

Nach der jüngsten Liberalisierung des Abtreibungsrechts bezeichnete der Erzbischof von Southwark, John Wilson, die Situation als „einen wahrhaft tragischen Moment für unsere Nation“ und kritisierte, dass die neue Gesetzgebung ungeborene Kinder ohne wirksamen Schutz lasse.

Mehrere teilnehmende Bischöfe warnten zudem vor den Risiken einer weiteren Ausweitung des Zugangs zu Abtreibungen und betonten die Notwendigkeit, Frauen in schwierigen Schwangerschaften echte Unterstützung anzubieten, während sie gleichzeitig die Würde jedes menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod verteidigen.

Zwischen legislativen Niederlagen und lebensrechtlichen Fortschritten

Die Veranstaltung findet zudem in einer Phase der Gegensätze für die britische Lebensrechtsbewegung statt. Während das Parlament auf eine beispiellose Liberalisierung des Abtreibungsrechts zusteuert, stießen in den letzten Monaten mehrere Initiativen zur Einführung von Sterbehilfe oder assistiertem Suizid auf erhebliche politische Hindernisse.

Sowohl Schottland als auch Wales lehnten Vorschläge ab, diese Praktiken in ihre Gesundheitssysteme aufzunehmen, und verschiedene Gesetzesvorhaben in Westminster wurden in ihrer Bearbeitung gestoppt. Diese Ergebnisse wurden von den Lebensrechtsorganisationen als Zeichen dafür gewertet, dass weiterhin ein erheblicher gesellschaftlicher und politischer Widerstand gegen die Kultur des Todes besteht.

Mehr junge Menschen und stärkere öffentliche Präsenz

Die diesjährige Ausgabe wird zudem neue Angebote für Jugendliche und Familien umfassen. Dazu gehört ein spezielles Treffen für Teilnehmer zwischen 18 und 35 Jahren sowie kinderfreundliche Aktivitäten.

Die Demonstration beginnt mit einem Lebensrechtsfestival und endet vor dem britischen Parlament nach einem Marsch durch das Zentrum Londons.

Vaughan-Spruce stellte fest, dass in den letzten Jahren nicht nur die Teilnehmerzahl, sondern auch die Präsenz junger Menschen, religiöser Führungspersönlichkeiten und konfessionsloser Personen gestiegen sei, die die wachsende Zahl von Abtreibungen mit Sorge betrachten. Offizielle Zahlen zeigen, dass 2022 in England und Wales über 251.000 Abtreibungen registriert wurden – die höchste Zahl seit der Verabschiedung des Abtreibungsgesetzes von 1967.

Ein Aufruf zur Einheit der Christen

Die Organisatoren haben die Katholiken dazu aufgerufen, ihre Bischöfe bei dieser Veranstaltung zu begleiten, und auch Mitglieder anderer christlicher Konfessionen zur Teilnahme ermutigt.

Die Demonstration steht unter dem Motto „Abtreibung verletzt die Familie“ und soll ein öffentliches Zeugnis für die Würde jedes menschlichen Lebens ablegen – in einem politischen und kulturellen Umfeld, in dem Fragen zu Abtreibung, Sterbehilfe und Meinungsfreiheit zu den zentralen Debatten im Vereinigten Königreich gehören.

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