Caroline Vermeulen, Teilnehmerin der Wiener Pride, neue belgische Botschafterin beim Heiligen Stuhl

Caroline Vermeulen, Teilnehmerin der Wiener Pride, neue belgische Botschafterin beim Heiligen Stuhl

Papst Leo XIV. empfing im Apostolischen Palast im Vatikan Caroline Vermeulen, die neue Botschafterin Belgiens beim Heiligen Stuhl, anlässlich der Überreichung ihres Beglaubigungsschreibens. Die Diplomatin kommt nach Rom, nachdem sie zwischen 2022 und 2026 als belgische Botschafterin in Österreich, der Slowakei und Slowenien sowie als Ständige Vertreterin bei den internationalen Organisationen mit Sitz in Wien tätig war.

Während ihrer vier Jahre in der österreichischen Hauptstadt nahm Vermeulen an den Wiener Pride-Paraden 2023 und 2026 innerhalb des Kontingents von Diplomats for Equality teil. Ihre diplomatische Tätigkeit umfasste darüber hinaus weitere Initiativen im Zusammenhang mit LGBT-Anliegen und geschlechterpolitischen Gleichstellungsmaßnahmen, darunter eine Vorführung des Films Girl während des „Pride Month“ und ihre Aufnahme in das Netzwerk International Gender Champions.

Zwei Teilnahmen an der Wiener Pride

Vermeulens Teilnahme an der Pride-Parade ist mindestens zweimal während ihrer Zeit als Botschafterin in Österreich dokumentiert.

Im Juni 2023 gehörte die Diplomatin zum Kontingent von Diplomats for Equality bei der 27. Regenbogenparade in Wien. Die Gruppe vereinte Botschafter und andere in Österreich akkreditierte diplomatische Vertreter zur Unterstützung von LGBT-Anliegen.

Vermeulen nahm 2026 erneut teil, diesmal an der 30. Ausgabe der Wiener Pride, wieder zusammen mit dem Kontingent von Diplomats for Equality. Die Berichte über die Veranstaltung nennen sie ausdrücklich als Botschafterin des Königreichs Belgien.

Ihr Engagement in diesem Bereich beschränkte sich nicht auf die Paraden. Am 17. Mai 2026 schloss sich die belgische Vertretung in Wien einer Erklärung von Diplomats for Equality Vienna anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie, Biphobie und Transphobie (IDAHOBIT) an, die die „Gleichheit und Würde von LGBTI-Personen“ bekräftigte.

Eine Filmvorführung zum „Pride Month“

Im Juni 2024 organisierten Vermeulen und der damalige Botschafter der Europäischen Union bei den internationalen Organisationen in Wien, Carl Hallergård, eine Vorführung des belgischen Films Girl anlässlich des sogenannten „Pride Month“.

Der Film, unter der Regie von Lukas Dhont, erzählt die Geschichte eines 15-jährigen Jugendlichen, der sich als Frau identifiziert und eine Karriere als Tänzerin anstrebt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte und dem internationalen Menschenrechtsfilmfestival This Human World organisiert.

Die offizielle Einladung stellte die Vorführung als Teil der Aktivitäten während des „Pride Month“ dar.

Mitglied von International Gender Champions

Während ihres Einsatzes in Wien wurde Vermeulen auch Mitglied von International Gender Champions, einem internationalen Netzwerk, das Verantwortliche internationaler Organisationen, diplomatischer Missionen und anderer Institutionen zusammenbringt, die sich für die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter einsetzen.

Im von der Organisation veröffentlichten Profil erklärt die belgische Diplomatin: „Vielfalt, einschließlich der geschlechtlichen, verbessert in einem beruflichen Umfeld die Qualität und die Ergebnisse der Teamarbeit.“

Zu ihren Verpflichtungen innerhalb des Netzwerks gehören Initiativen für junge Frauen sowie Sensibilisierungs- und Präventionsmaßnahmen gegen Gewalt an Frauen.

Vom belgischen Königshaus zum Heiligen Stuhl

Geboren am 13. Oktober 1973, ist Vermeulen verheiratet und hat zwei Kinder, wie aus der von der Presseabteilung des Heiligen Stuhls veröffentlichten Biografie hervorgeht. Sie erwarb einen Master in Zeitgeschichte an der Katholischen Universität Löwen und den Facultés Universitaires Saint-Louis in Brüssel sowie anschließend einen Master in Europastudien am Europakolleg in Brügge.

Sie trat 1997 in den diplomatischen Dienst ein. Nach Tätigkeiten in Japan, im Außenministerium und bei der Ständigen Vertretung Belgiens bei der Europäischen Union war sie von 2002 bis 2004 Erste Sekretärin an der Botschaft in Russland.

Zwischen 2004 und 2011 fungierte sie als Sekretärin von Königin Paola von Belgien im Königlichen Palast in Brüssel. Anschließend leitete sie von 2011 bis 2015 das belgische Büro in Taiwan und war bis 2019 stellvertretende Missionschefin an der Botschaft in der Volksrepublik China.

Von 2019 bis 2022 war sie Direktorin für Europäische Außenbeziehungen im belgischen Außenministerium. Ihr nächster Einsatzort war Wien, von wo aus sie gleichzeitig als Botschafterin in Österreich, der Slowakei und Slowenien sowie als Ständige Vertreterin bei den internationalen Organisationen tätig war.

An diesem Donnerstag überreichte sie Leo XIV. ihr Beglaubigungsschreiben als neue Botschafterin Belgiens beim Heiligen Stuhl. Die vatikanische Pressestelle berichtete über die Audienz und veröffentlichte ihre biografische Laufbahn, ohne Details zum Inhalt des Gesprächs zwischen dem Papst und der Diplomatin anzugeben.

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