Die Spekulationen über eine bevorstehende Umstrukturierung der Römischen Kurie gewinnen in vatikanischen Kreisen erneut an Intensität. Obwohl der Heilige Stuhl keine Veränderungen bestätigt hat und alles derzeit im Bereich der Gerüchte bleibt, kursieren in Rom zunehmend hartnäckig Versionen über mögliche personelle Veränderungen in einigen der wichtigsten Dikasterien und sogar über einen möglichen Wechsel von Kardinal Pietro Parolin an der Spitze des Staatssekretariats.
Laut Tribune Chrétienne deuten diese Gespräche auch auf die mögliche Ankunft neuer Persönlichkeiten in der Kurie hin, die im Regierungsstil von Leo XIV. zunehmend an Bedeutung gewonnen haben. Unter den Namen, die in den letzten Wochen besonders häufig genannt werden, findet sich der des norwegischen Bischofs Erik Varden.
Parolin im Zentrum der Spekulationen
Der Hauptfokus der Spekulationen liegt auf Kardinal Pietro Parolin, seit 2013 Staatssekretär und engster Mitarbeiter der beiden letzten Päpste. Ein möglicher Wechsel würde die weitreichendste Veränderung in der zentralen Kirchenleitung seit Beginn des Pontifikats von Leo XIV. bedeuten.
Den Informationen des französischen Mediums zufolge erwägt der Papst die Möglichkeit, ein Team zusammenzustellen, das sich vollständig mit den Prioritäten seines Pontifikats identifiziert – eine Entwicklung, die in den ersten Jahren einer neuen päpstlichen Regierung üblich ist.
Ein möglicher Wechsel Parolins sollte nicht zwangsläufig als persönliches Urteil über seine Amtsführung verstanden werden. Der italienische Kardinal bleibt eine der angesehensten Persönlichkeiten der vatikanischen Diplomatie, auch wenn seine lange Amtszeit mit Themen wie dem Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und China über die Ernennung von Bischöfen oder dem bekannten Finanzfall des Londoner Gebäudes verbunden ist.
Erik Varden, ein Name mit wachsendem Gewicht
Unter den möglichen Ernennungen wird in vatikanischen Kreisen am häufigsten der Name von Monsignore Erik Varden genannt, Bischof von Trondheim, der territorialen katholischen Prälatur im Zentrum Norwegens.
Der ehemalige Trappistenabt der englischen Abtei Mount St Bernard, Konvertit vom Luthertum und anerkannter Autor spiritueller Schriften, hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte internationale Ausstrahlung erlangt. Hinzu kommt das Vertrauen, das Leo XIV. ihm entgegenbrachte, als er ihn mit der Predigt der Fastenexerzitien für den Papst, die Kardinäle und die Verantwortlichen der Dikasterien der Kurie beauftragte – eine Aufgabe, die in Rom traditionell als Zeichen besonderer Wertschätzung des Pontifex gilt.
Denselben Informationen zufolge wird sein Name immer wieder genannt, wenn es um das Dikasterium für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung geht, obwohl es keine offizielle Bestätigung für eine konkrete mögliche Bestimmung gibt.
In Erwartung offizieller Entscheidungen
Über die Namen hinaus deuten diese Spekulationen darauf hin, dass Leo XIV. möglicherweise weiterhin ein eigenes Regierungsteam zusammenstellen könnte. Dennoch gibt es derzeit keine offizielle Ankündigung seitens des Heiligen Stuhls. Wie es im Vatikan üblich ist, gewinnen die Gerüchte, die in kurialen Kreisen kursieren, erst dann an Wert, wenn sie durch das tägliche Bulletin des Presseamts des Heiligen Stuhls bestätigt werden.