Der Papst ernennt Christian Würtz zum neuen Bischof von Eichstätt: Er unterstützte die Reformen des Synodalen Weges

Der Papst ernennt Christian Würtz zum neuen Bischof von Eichstätt: Er unterstützte die Reformen des Synodalen Weges

Papst Leo XIV. hat den bisherigen Weihbischof der Erzdiözese Freiburg (Deutschland), Christian Würtz, zum neuen Bischof der Diözese Eichstätt (Bayern, Deutschland) ernannt. Mit 55 Jahren folgt er auf Mons. Gregor Maria Hanke und wird zum jüngsten Diözesanbischof Deutschlands.

Die Ernennung, die am Dienstag vom Heiligen Stuhl bekannt gegeben wurde, beendet die Sedisvakanz, die nach dem vorzeitigen Rücktritt Hankes zu Pfingsten 2025 eingetreten war. Die offizielle Amtseinführung fand im Eichstätter Dom während des Festes des heiligen Willibald, des Gründers der Diözese, statt.

In seinen ersten Worten nach Bekanntwerden der päpstlichen Entscheidung äußerte Würtz seinen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen. „Ich freue mich auf meine neue Aufgabe. Ich hoffe, meine Erfahrungen und Fähigkeiten in den Dienst am Aufbau des Reiches Gottes stellen und gemeinsam mit den Menschen dieser Diözese gehen zu können“, erklärte er.

Ein Kanonist mit Doppelpromotion

Geboren 1971 in Karlsruhe (Deutschland), begann Christian Würtz sein Studium mit Rechtswissenschaften, bevor er ins Priesterseminar eintrat. Er ist Doktor iuris utriusque – in Zivil- und Kirchenrecht – sowie Doktor der Theologie.

2006 wurde er für die Erzdiözese Freiburg zum Priester geweiht und übernahm anschließend verschiedene seelsorgliche, akademische und richterliche Aufgaben. Dazu zählen unter anderem die Tätigkeit als Richter am Kirchengericht Freiburg, als Pfarrer, als Stadtdekan und als Rektor des erzbischöflichen Priesterseminars, von wo aus er die Ausbildung künftiger Priester leitete.

2019 ernannte ihn Papst Franziskus zum Weihbischof von Freiburg. Mit 48 Jahren war er damals der jüngste Bischof Deutschlands.

Seine Beteiligung am Synodalen Weg

Im September 2022 stimmte er für das Dokument, das eine dogmatische Neubewertung der Homosexualität vorschlug und feststellte, die homosexuelle Orientierung sei keine persönliche Entscheidung; zugleich wurde eine stärkere Aufnahme und Integration homosexueller Menschen in das kirchliche Leben gefordert.

In derselben Versammlung unterstützte er auch den Text zur sogenannten „Geschlechtervielfalt“, der die Diözesen aufforderte, verschiedene seelsorgliche und administrative Aspekte zu überprüfen, um die Inklusion transgeschlechtlicher und intergeschlechtlicher Personen zu erleichtern.

Monate später, im März 2023, stimmte er erneut für das Dokument, das die Einführung von Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare und wiederverheiratete Geschiedene vorschlug – eine der umstrittensten Initiativen des Synodalen Weges.

Dialog mit der Bewegung Maria 2.0

Kurz nach seiner Bischofsweihe 2019 traf Christian Würtz Vertreterinnen der Bewegung Maria 2.0, die in Deutschland verschiedene Reformen in der Kirche fordert, darunter den Zugang von Frauen zum Priesteramt.

Nach dem Gespräch mit den Demonstrantinnen überreichte er ihnen einen persönlichen Brief und einen roten Wollfaden als Symbol des Dialogs – eine Geste, die von den Vertreterinnen der Bewegung positiv aufgenommen wurde.

Die Anträge von Frauen auf Zulassung zum Priesterseminar

Jüngst, im Mai 2025, nahm Würtz als Rektor des Freiburger Priesterseminars die symbolischen Zulassungsanträge von neun Theologiestudentinnen entgegen, die gegen die Vorbehaltung des priesterlichen Amtes für Männer protestierten.

Würtz bezeichnete die Initiative als „ein gutes Zeichen für das Engagement und den Ernst, mit dem diese Frauen ihre Berufung und ihren Weg in der Kirche angehen“, erinnerte jedoch daran, dass er sie aufgrund der geltenden kirchlichen Normen nicht aufnehmen könne. Anschließend führte er ein Gespräch mit den Studentinnen, das beide Seiten als respektvoll und konstruktiv beschrieben.

Eine historische bayerische Diözese

Heute übernimmt Würtz die Diözese Eichstätt, eine Suffragandiözese der Erzdiözese Bamberg, die Mitte des 8. Jahrhunderts gegründet wurde und den heiligen Willibald als Patron hat. Derzeit zählt sie 334.517 Katholiken, die auf 253 Pfarreien verteilt sind, organisiert in 74 Seelsorgeeinheiten und acht Dekanaten.

Hilf Infovaticana, weiter zu informieren