Das Museo UPAEP in Puebla präsentiert im Jahr 2026 die Ausstellung „Cuando la fe desafió al poder“, eine Schau, die an den hundertsten Jahrestag des Beginns des Cristero-Krieges erinnert und dem Publikum eines der bedeutendsten Kapitel der religiösen Verfolgung vor Augen führt, die die katholische Kirche in Mexiko im 20. Jahrhundert erlitt.
Laut ACI Prensa bleibt die Ausstellung bis zum 16. Januar 2027 geöffnet und bietet einen Rundgang durch die Geschichte der Cristiada mittels immersiver Rekonstruktionen, historischer Dokumente und originaler Gegenstände, die während des Konflikts verwendet wurden.
Der Krieg, der wegen der Verteidigung der Religionsfreiheit ausbrach
Der Cristero-Krieg begann 1926 nach Inkrafttreten des sogenannten Ley Calles, der vom Präsidenten Plutarco Elías Calles vorangetrieben wurde. Die Vorschrift verschärfte die Einschränkungen gegen die katholische Kirche und begrenzte das öffentliche Ausüben des Glaubens sowie die Tätigkeit des Klerus erheblich.
Die von den mexikanischen Bischöfen verfügte Aussetzung des öffentlichen Gottesdienstes und der zunehmende staatliche Druck führten zu einem bewaffneten Aufstand Tausender Katholiken, die sich gegen die antiklerikalen Maßnahmen erhoben. Viele von ihnen kämpften unter dem Schlachtruf „¡Viva Cristo Rey!“, der schließlich zur Identifikation der gesamten Cristero-Bewegung wurde.
Obwohl der Konflikt Hunderttausende Opfer forderte und die nationale Geschichte tief prägte, bleibt er außerhalb bestimmter akademischer und historischer Kreise weitgehend unbekannt.
Ein Erlebnis, um sich dem Leben der Cristeros anzunähern
Die Ausstellung möchte den Besucher in den Alltag der Menschen versetzen, die jene Jahre der religiösen Verfolgung erlebten.
Durch nachgestellte Szenarien, Soundeffekte und dramatisierte Zeugnisse ermöglicht die Schau zu erfahren, wie viele Katholiken ihren Glauben im Geheimen weiter ausübten, während die Kirchen geschlossen oder von den Behörden überwacht wurden.
Die Besucher können Räume durchschreiten, die geheime Zusammenkünfte, verborgene liturgische Feiern und Szenen des Familienlebens während des Konflikts nachbilden. Die Ausstellung umfasst zudem Fotografien, Fahnen, Dokumente, Kleidungsstücke und verschiedene Originalgegenstände, die den Cristeros gehörten.
Die Bedeutung der Bewahrung der Erinnerung
Die Organisatoren sehen im hundertsten Jahrestag der Cristiada eine Gelegenheit, über die Religionsfreiheit und über die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf das tägliche Leben der Bürger nachzudenken.
Cruz Ugarte wies darauf hin, dass der Cristero-Krieg weniger Aufmerksamkeit erhält als andere große Ereignisse der mexikanischen Geschichte wie die Unabhängigkeit oder die Mexikanische Revolution, trotz seiner enormen sozialen und religiösen Bedeutung.
Die Ausstellung lädt außerdem dazu ein, über die Wichtigkeit des Dialogs und des friedlichen Zusammenlebens sowie über die Notwendigkeit nachzudenken, die historischen Episoden zu kennen, die die Identität des Landes geprägt haben.
Ein Jahrhundert nach der Cristiada
Die Hundertjahrfeier fällt mit einem erneuten Interesse an der Geschichte der Cristeros und am Zeugnis derer zusammen, die in jenen Jahren religiöse Verfolgung erlitten.
Zu den bekanntesten Gestalten zählen der heilige Cristóbal Magallanes und seine Märtyrerkollegen sowie der heilige José Sánchez del Río, der junge Cristero, der 2016 von Papst Franziskus heiliggesprochen wurde.
Mit dieser Initiative möchte das Museo UPAEP zur Bewahrung des historischen Gedächtnisses eines Konflikts beitragen, der einen besonderen Platz in der Geschichte der Kirche in Mexiko und ganz Hispanoamerika einnimmt, und der Öffentlichkeit eine historische Realität näherbringen, die einem großen Teil der mexikanischen Gesellschaft noch immer wenig bekannt ist.