Der Vatikan warnt, dass künstliche Intelligenz den Tourismus verändern, aber nicht die menschliche Begegnung ersetzen kann

Der Vatikan warnt, dass künstliche Intelligenz den Tourismus verändern, aber nicht die menschliche Begegnung ersetzen kann

Das Dikasterium für die Evangelisation hat eine Botschaft anlässlich des 47. Welt Tourismustages veröffentlicht, der am kommenden 27. September begangen wird. Darin wird über die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz und der digitalen Transformation auf den Tourismussektor reflektiert und gleichzeitig gefordert, dass diese Technologien im Dienst der menschlichen Person und des Gemeinwohls bleiben.

Der Welt Tourismustag wird sich mit den Auswirkungen der künstlichen Intelligenz befassen

Die von Erzbischof Rino Fisichella, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisation, unterzeichnete Botschaft wurde anlässlich des kommenden Welt Tourismustages veröffentlicht, dessen diesjähriges Motto „Digitale Agenda und Künstliche Intelligenz zur Neugestaltung des Tourismus“ lautet.

Der Heilige Stuhl weist darauf hin, dass der technologische Wandel, den die Gesellschaft derzeit erlebt, nicht nur ein wirtschaftliches oder technisches Phänomen darstellt, sondern Fragen der menschlichen Würde, der Kultur und der zwischenmenschlichen Beziehungen aufwirft.

Daher lädt das Dokument dazu ein, über die Rolle nachzudenken, die neue Technologien in der Zukunft des Tourismus spielen werden, sowie über die ethischen Kriterien, die ihre Entwicklung leiten sollen.

Verweise auf die Lehren von Leo XIV.

Im gesamten Text zitiert Fisichella mehrfach Papst Leo XIV., insbesondere dessen Enzyklika Magnifica Humanitas, in der der Papst die Herausforderungen durch die technologische Entwicklung behandelt.

Wie das Dokument erinnert, hat der Papst darauf hingewiesen, dass Technologie Bildung, Gesundheitsversorgung, Kommunikation oder den Schutz der Schöpfung fördern kann, aber auch neue Formen von Ausgrenzung oder Ungleichheit erzeugen kann.

Ebenso hat Leo XIV. davor gewarnt, die Folgen der künstlichen Intelligenz für die menschliche Fähigkeit zu bewerten, Zugang zur Wahrheit, zur Schönheit, zum Staunen und zur Kontemplation zu finden.

Die Chancen der Digitalisierung

Die Botschaft erkennt an, dass künstliche Intelligenz dem Tourismussektor erhebliche Vorteile bringen kann.

Dazu zählt sie die Möglichkeit, Menschen mit Behinderungen den Zugang zu Reisen und touristischen Dienstleistungen zu erleichtern, die Förderung des kulturellen Erbes lokaler Gemeinschaften zu verbessern und zu einer nachhaltigeren Steuerung der Besucherströme beizutragen.

Zudem hebt sie das Potenzial dieser Instrumente hervor, die mit dem Tourismus verbundenen Umweltauswirkungen zu verringern und eine ausgewogenere Verteilung der Ressourcen zu fördern.

In diesem Sinne ist das Dikasterium der Auffassung, dass Technologie zu einem nützlichen Instrument für die Förderung von Inklusion, Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit werden kann, wenn sie nach angemessenen ethischen Kriterien entwickelt wird.

Die Risiken eines vom Algorithmus bestimmten Tourismus

Neben den Chancen identifiziert der Vatikan verschiedene Risiken, die mit der zunehmenden Digitalisierung des Sektors verbunden sind.

Eines davon ist die Möglichkeit, dass das touristische Erlebnis durch Algorithmen bestimmt wird, die die persönliche Entdeckungsfähigkeit einschränken oder die Reise auf ein Konsumprodukt reduzieren, das nach zuvor berechneten Präferenzen gestaltet ist.

Das Dokument warnt auch vor dem Phänomen der digitalen Ausgrenzung, das Menschen betreffen kann, die keinen Zugang zu neuen Technologien haben oder in Regionen mit geringerer Konnektivität leben.

Eine weitere Sorge des Heiligen Stuhls ist der massenhafte Einsatz personenbezogener Daten. Wie die Botschaft feststellt, erfordert die Sammlung und Analyse von Informationen über Reisende Schutzmechanismen, die die Achtung von Freiheit, Privatsphäre und Grundrechten gewährleisten.

Daher hält Fisichella es für wünschenswert, dass klare rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Einsatz künstlicher Intelligenz in diesem Bereich regeln.

Die menschliche Dimension der Reise bewahren

Im Schlussteil des Dokuments erinnert das Dikasterium für die Evangelisation daran, dass der Tourismus aus dem menschlichen Wunsch entsteht, andere Völker, Kulturen und Wirklichkeiten kennenzulernen.

Obwohl es die Vorteile digitaler Instrumente anerkennt, betont es, dass keine technologische Innovation die Erfahrung der persönlichen Begegnung, den Kontakt mit anderen Traditionen oder die Kontemplation der natürlichen und künstlerischen Schönheit vollständig ersetzen kann.

Aus diesem Grund lädt die Botschaft Institutionen, Unternehmen und mit dem Tourismus verbundene pastorale Akteure ein, die menschliche, kulturelle und spirituelle Dimension der Reise zu bewahren.

Der Heilige Stuhl stellt abschließend fest, dass künstliche Intelligenz in den kommenden Jahren zur Transformation des Tourismus beitragen kann, betont jedoch, dass die technologische Entwicklung stets im Dienst der Person stehen und die ihr eigene Würde achten muss.

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