Von der Exkommunikation zur Stärkung der Laien: Bertomeus Vorschlag angesichts des Priestermangels

Von der Exkommunikation zur Stärkung der Laien: Bertomeus Vorschlag angesichts des Priestermangels

Es hat eine gewisse Ironie, dass Jordi Bertomeu ausgerechnet die Laien zu Protagonisten seines neuesten Buches gemacht hat. Der spanische Priester, der zu einer der umstrittensten Figuren im vatikanischen Disziplinarapparat geworden ist nachdem er kanonische Maßnahmen gegen zwei peruanische Journalisten eingeleitet hatte, die ihn vor der Ziviljustiz angezeigt hatten, stellte diese Woche auf der Madrider Buchmesse Parroquias dirigidas por laicos vor, ein Werk, in dem er für eine stärkere Präsenz nicht geweihter Gläubiger im Leben der Kirche plädiert.

In von COPE wiedergegebenen Äußerungen betonte Bertomeu, dass der Priestermangel und die fortschreitende Säkularisierung eine Neubewertung traditioneller pastoraler Strukturen und die Übertragung größerer Verantwortung an Laien erfordern. „Sie sind notwendig und müssen den Sinn ihrer Dienste entdecken“, erklärte der Kanonist, der für seine von der Heiligen Stuhl übertragenen Missionen in verschiedenen Ländern bekannt ist.

Mehr Verantwortung für die Laien

Der Priester verteidigte, dass die Kirche die Taufwürde aller Gläubigen neu entdecken müsse, um auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren. Seiner Ansicht nach besteht das Problem nicht nur in der abnehmenden Zahl von Priestern, sondern auch in der Schwierigkeit, neue Formen evangelisierender Präsenz in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft zu finden.

„Das Problem in Spanien ist, dass keine Kinder geboren werden, die Pfarreien sich leeren und eine Säkularisierung stattfindet“, stellte Bertomeu im Interview fest.

Angesichts dieser Lage hält er es für möglich, dass Bischöfe Laien Koordinations- und Verwaltungsaufgaben in mehreren Pfarreien übertragen. „Der Bischof kann eine Laiin oder einen Laien ernennen und mit der Finanzverwaltung mehrerer Pfarreien betrauen, die direkt dem Bischof Bericht erstatten“, erläuterte er.

Nach Ansicht des Autors geht es nicht einfach darum, den Laien mehr Verantwortung zu geben, sondern ihre Mission innerhalb der Kirche vollständig anzuerkennen.

Eine Figur, die an Kontroversen gewöhnt ist

Obwohl Bertomeu in den Medien meist durch die von ihm im Auftrag des Heiligen Stuhls durchgeführten Untersuchungen – darunter jene zu den Missbrauchsfällen in Chile oder das Verfahren, das zur Auflösung des Sodalicio de Vida Cristiana in Peru führte – in Erscheinung tritt, erlangte er größere Bekanntheit durch die Kontroverse um die kanonischen Maßnahmen gegen die peruanischen Journalisten Giuliana Caccia und Sebastián Blanco, nachdem beide vor der Ziviljustiz Klage wegen mit ihm in Verbindung stehender Vorgänge erhoben hatten.

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Die Angelegenheit nahm eine unerwartete Wendung, als die Journalisten dem Papst persönlich berichten konnten. Wie sie später mitteilten, beendete der Papst die Sache sofort mit einer eindeutigen Aussage: „Die Exkommunikation kommt nicht infrage“. Seiner Darstellung zufolge soll Franziskus sogar persönlich die Aufhebung des gegen sie verhängten Strafgebots unterzeichnet haben.

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Die Buchvorstellung erfolgt zudem zu einem besonders aktiven Zeitpunkt für Bertomeu in Spanien. Der Priester hat für den 22. Juni eine Gerichtsverhandlung im Zusammenhang mit der von der Asociación Civil San Juan Bautista eingereichten Klage, in der ihm unbegründete öffentliche Anschuldigungen gegen die peruanische Organisation vorgeworfen werden. Ein dichtes Programm für jemanden, der diese Tage in Madrid über die Zukunft der Kirche und die Rolle der Laien spricht.

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