Der Vorfall mit Giuliana Caccia und Sebastián Blanco sollte Jordi Bertomeu für immer verfolgen, weil er mit einer verheerenden Klarheit darstellt, in welchem Maße ein päpstlicher Kommissar das Gefühl für Vorsicht, Recht und sogar für das Lächerliche vollständig verlieren kann, wenn er es gewohnt ist, Macht ohne Bremsen auszuüben.
Das Geschehene in Peru war kein administratives Missverständnis noch ein abstrakter Exzess der Kurie. Es war eine Operation, die persönlich von Bertomeu vorangetrieben wurde. Und genau deswegen ist es so skandalös. Zwei Laienjournalisten klagten vor dem ordentlichen Gericht eine mutmaßliche Verletzung des Berufsgeheimnisses an, nachdem Bertomeu mit Dritten über ein vertrauliches Treffen gesprochen hatte. Nichts weiter. Sie übten ein elementares Recht in jedem Rechtsstaat aus: Zu den Gerichten ihres Landes zu gehen.
Bertomeus Reaktion war delirant. Statt sich juristisch zu verteidigen, entschied er sich, die kanonische Maschinerie in ein Instrument persönlicher Einschüchterung zu verwandeln. Bedrohung mit Exkommunikation, Verbot, sich öffentlich als Katholiken zu präsentieren, und unverhältnismäßig hohe wirtschaftliche Sanktionen gegen zwei Journalisten, deren einzige „Schuld“ darin bestanden hatte, ihn zivilrechtlich anzuzeigen.
Es ist schwer, die Dimension des Unsinns zu übertreiben. Die Exkommunikation ist die höchste Strafe der Kirche, die historisch für schwerste Verbrechen gegen den Glauben und die Sakramente reserviert ist. Bertomeu degradierte sie bis hin zur Nutzung als privates Druckmittel, um sich vor einer gerichtlichen Anzeige zu schützen. Es gibt keine ernsthafte Möglichkeit, eine solche Barbarei aus kanonischem Recht zu verteidigen. Keine.
Denn jemand hat jenes groteske Strafvorschrift verfasst. Jemand hat entschieden, dass es vernünftig sei, zwei Laien spirituell zu bedrohen, weil sie zur Justiz gegangen sind. Jemand hat einem alten, kranken und zunehmend von seinen Mitarbeitern abhängigen Francisco ein unangemessenes, juristisch grobes und kirchlich obszönes Dokument vorgelegt, um eine formelle Validierung zu erhalten. Und dieser Jemand war Jordi Bertomeu.
Genau darin liegt, was ihn so tief diskreditiert. Es handelte sich nicht um einen technischen Fehler oder eine diskutierbare Auslegung des Rechts. Es war eine Demonstration von Hochmut und Willkür, die für einen seriösen Kanonisten unangemessen ist. Bertomeus Handeln vermittelt das Bild eines Mannes, der überzeugt ist, dass der päpstliche Schutzschirm ihm jeden Exzess erlaubt, sogar die Exkommunikation als persönliches Druckmittel zu nutzen.
Die darauffolgende Szene versenkte ihn endgültig. Es genügte, dass Giuliana Caccia und Sebastián Blanco dem Papst direkt erklären konnten, was geschehen war, damit das gesamte Konstrukt in Minuten zusammenbrach. „Die Exkommunikation kommt nicht“. Wie beide Journalisten berichteten, unterschrieb Francisco sogar eigenhändig die Aufhebung des Strafvorschrifts.
Es ist schwer vorstellbar, dass Bertomeu eine vollständigere Demütigung erleiden konnte. Der Papst selbst musste persönlich eingreifen, um die absurde Bombe zu entschärfen, die er selbst gebaut hatte. Der Mann, der geschickt wurde, um Missbrauch zu bekämpfen, endete als Protagonist eines der vulgärsten, unvorsichtigsten und lächerlichsten Episoden, die man in den letzten Jahren im disziplinarischen Apparat des Vatikans erinnert.
Und das kann sich nicht mehr hinter Technizismen oder bürokratischen Ausreden verstecken. Das Geschehene zeichnet Bertomeu als den Urheber einer autoritären, vollständig unverhältnismäßigen Operation, die von jemandem stammt, der jegliches Gefühl für Grenzen, Vorsicht und elementare Anständigkeit verloren hatte.