Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Tage nach dem kontroversen Akt, der auf dem Plaza de Mayo —einem massiven Event mit elektronischer Musik zu Ehren von Papst Franziskus, der bereits Kritik hervorgerufen hatte— hat eine Gruppe junger argentinischer Katholiken öffentlich ihren Unmut zum Ausdruck gebracht.
Sie haben dies durch einen Brief, der in der Zeitung La Prensa veröffentlicht wurde, getan, in dem sie den „schweren Skandal“ anprangern, der durch das Geschehen am 18. April ausgelöst wurde, und ihre Verwirrung über die positive Bewertung äußern, die einige kirchliche Verantwortliche dem Event als eine Art gegeben hätten, „die Jugend zu erreichen“. Weit davon entfernt, sich durch diese Haltung vertreten zu fühlen, behaupten die Unterzeichner, dass dieses Bild nicht der Realität vieler gläubiger Jugendlicher entspricht.
Eine Generation, die sich nicht in der Banalisierung wiedererkennt
Der Text ist keine bloße punktuelle Beschwerde, sondern eine tiefere Positionierung. Die Jugendlichen lehnen offen die Idee ab, dass die Evangelisation durch die Reproduktion von Dynamiken des Nachtlebens oder des Massenunterhaltungs ablaufen solle, und hinterfragen, dass die Jugend mit diesem Typ von Vorschlägen gleichgesetzt wird.
Im Gegenteil, sie beanspruchen einen anspruchsvollen und kompromisslosen Glauben. In ihrem Brief machen sie klar, dass sie keine Kirche suchen, die sich an die Kriterien der Welt anpasst, sondern eine, die ihre Identität bewahrt und die christliche Botschaft ohne Ambiguitäten übermittelt, auch wenn diese kontrakulturell wirkt.
„Was uns anzieht, ist die vollständige Wahrheit“
Von dort aus wird der Brief zu einer direkten Bitte an die Hirten. In einem festen, aber respektvollen Ton fordern die Jugendlichen etwas, das sie für grundlegend halten: die vollständige Lehre der Kirche zu erhalten, ohne Auslassungen oder Umdeutungen.
In diesem Sinne erwähnen sie explizit doktrinäre und moralische Fragen, die nach ihrer Meinung nicht klar vermittelt werden: die Existenz der Sünde, die sexuelle Moral, die Notwendigkeit der Bekehrung, den Sinn der Erlösung oder die Realität des geistlichen Kampfes. Es gehe, sagen sie, nicht darum, die Rede zu verhärten, sondern Verwirrung zu vermeiden.
Liturgie, Sakramente und Kohärenz
Die Sorge beschränkt sich nicht auf den doktrinären Bereich. Die Unterzeichner kritisieren auch, was sie als Verlust des Sinns im liturgischen Leben ansehen, und fordern würdigere und ehrfürchtigere Feiern, fern von Formen, die nach ihrer Meinung den heiligen Charakter der Messe verwischen.
In derselben Richtung betonen sie die Notwendigkeit, Klarheit in der sakramentalen Disziplin zu wahren, insbesondere in Bezug auf die Kommunionempfang, und unterstreichen, dass diese nicht von den Bedingungen getrennt werden kann, die die Kirche selbst festlegt.
Ein Aufruf, der die Kirche anspricht
Jenseits des konkreten Falls, der den Brief motiviert hat, zielt die grundlegende Botschaft auf eine breitere Frage ab: Welche Art von Kirche ist heute in der Lage, die Jugend anzuziehen. Gegenüber der Versuchung, die Botschaft anzupassen, um sie zugänglicher zu machen, behaupten die Unterzeichner, dass das, was wirklich anspricht, nicht die Herabsetzung der Anforderungen ist, sondern die Authentizität.
„Was ankommt, ist die Radikalität des Christentums“, behaupten sie in einer der zentralen Ideen des Textes. Sie fordern keine flexiblere Kirche, sondern eine kohärentere, die in der Lage ist, den Weg des Glaubens ohne Ambiguitäten vorzuschlagen, auch wenn er Verzicht und Opfer verlangt.