Das Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und China, das 2018 unterzeichnet wurde, gerät erneut in Zweifel nach einem neuen Bericht von Human Rights Watch, der einen Anstieg des Drucks auf Katholiken im Land anprangert, insbesondere auf jene, die sich der staatlich kontrollierten offiziellen Kirche fernhalten.
Weit davon entfernt, die Situation zu verbessern, behauptet die Organisation, dass in diesen Jahren ein Kontext mit größerer Überwachung, ideologischer Kontrolle und Einschränkungen der Religionsfreiheit konsolidiert wurde, der die rund 12 Millionen Gläubigen in China betrifft.
Ein Abkommen unter Verdacht
Im Mittelpunkt der Kritik steht das Abkommen selbst über die Ernennung von Bischöfen, dessen Inhalt weiterhin nicht öffentlich gemacht wurde. Laut Human Rights Watch hat dieser Rahmen in der Praxis die erzwungene Integration der Untergrundgemeinden in die Chinesische Katholische Patriotische Vereinigung, die dem Kommunistischen Partei unterstellt ist, erleichtert.
Seit seiner Unterzeichnung haben sich willkürliche Festnahmen, Verschwinden und Hausarrests von Bischöfen und Priestern ereignet, die sich weigern, sich der staatlichen Kontrolle zu unterwerfen, in einer Dynamik, die die tatsächlichen Auswirkungen des Pakts in Frage stellt.
Der Mechanismus der Ernennungen hat auch die Spannungen nicht eindämmen können. Obwohl der Papst formal die Möglichkeit des Vetos behält, wurde dieses nicht ausgeübt, und der derzeitige Pontifex, Leo XIV., hat Kandidaten genehmigt, die von Peking vorgeschlagen wurden, sogar nach vorherigen Verstößen durch das Regime.
Die Untergrundkirche, immer mehr in die Enge getrieben
Vor Ort sind die Konsequenzen sichtbar. Der Bericht sammelt Zeugnisse, die einen progressiven Schwund der Untergrundgemeinden beschreiben, die historisch Rom treu sind und sich weigern, in die offizielle Struktur integriert zu werden.
In mehreren Fällen hat der Druck zur Demolierung von Tempeln, zum Entfernen religiöser Symbole oder zur Festnahme von Gläubigen geführt, bis diese Gemeinden keinen realen Spielraum für Widerstand mehr haben. Einige Zeugnisse deuten darauf hin, dass das Abkommen tatsächlich als Instrument gedient hat, um diesen Prozess zu beschleunigen.
Es handelt sich nicht nur um eine Frage externer Kontrolle. Unter Teilen der Katholiken breitet sich auch ein Gefühl der Hilflosigkeit aus, in einer Zeit, in der ihre Treue zunehmend schwierigen Herausforderungen gegenübersteht.
Die „Sinisierung“ und die totale Kontrolle des kirchlichen Lebens
Diese Verschärfung ist in die Politik der „Sinisierung“ eingebettet, die von Xi Jinping vorangetrieben wird und die religiöse Praxis der Ideologie der Kommunistischen Partei unterordnen soll.
Die Kontrolle beschränkt sich nicht auf die Untergrundgemeinden. Auch die offiziellen Kirchen unterliegen einer strengen Aufsicht: obligatorische ideologische Ausbildung des Klerus, Zensur von Inhalten, Einschränkungen der pastoralen Tätigkeit und Beschränkungen der Religionserziehung, insbesondere für Minderjährige.
Sogar die Reisen des Klerus unterliegen der staatlichen Genehmigung, in einem System, das die politische Kontrolle auf alle Bereiche des kirchlichen Lebens ausdehnt.
Eine Spannung, die nicht verschwindet
In diesem Kontext stellt die Situation der Katholiken in China erneut eine grundlegende Spannung dar, die weiterhin ungelöst bleibt: das Zusammenleben zwischen einem diplomatischen Abkommen mit dem Regime und der effektiven Verteidigung der Religionsfreiheit.
Am 7. April hat die Organisation die Ergebnisse des Berichts sowohl an die chinesische Regierung als auch an den Heiligen Stuhl weitergeleitet. Bis zum heutigen Tag hat keiner der beiden auf die Anfrage nach Kommentaren reagiert.