Gänswein kehrt inmitten von Gerüchten über Paris ins Büro von Leo XIV. zurück

Gänswein kehrt inmitten von Gerüchten über Paris ins Büro von Leo XIV. zurück
Georg Gänswein

Der Papst Leo XIV empfing diesen Samstag in Audienz Erzbischof Georg Gänswein, Apostolischer Nuntius in Litauen, Lettland und Estland und fast zwei Jahrzehnte lang persönlicher Sekretär von Benedikt XVI. Das Presseamt des Heiligen Stuhls informierte über das Treffen, ohne weitere Details zum Inhalt zu geben.

Es handelt sich um die dritte bekannte Audienz zwischen dem Pontifex und dem deutschen Prälaten seit Beginn des aktuellen Pontifikats, nach dem ersten öffentlichen Treffen anlässlich der Nuntientreffen im Juni 2025 und der privaten Audienz, die Leo XIV. ihm Mitte Dezember desselben Jahres gewährte.

Gänswein, der im vergangenen Juli 70 Jahre alt wurde, ist seit Juni 2024 Vertreter des Heiligen Stuhls bei den drei baltischen Republiken mit Sitz in Vilnius. Die Ernennung beendete ein Jahr ohne Auftrag in seiner Heimatdiözese Freiburg, wohin ihn Papst Franziskus wenige Monate nach dem Tod Benedikts XVI. geschickt hatte, nachdem er ihn bereits 2020 von seinen Aufgaben als Präfekt des Päpstlichen Hauses entbunden hatte.

Spekulationen über seine Zukunft

Die Audienz findet in einem Moment erneuter Spekulationen über die Zukunft des Erzbischofs statt. In den letzten Wochen wurde über eine mögliche Versetzung an die Apostolische Nuntiatur in Paris spekuliert, ein Punkt, den Gänswein selbst Ende Juli bei einer öffentlichen Veranstaltung in Ravensburg (Deutschland) nicht bestätigen wollte.

Der Prälat hat sich zudem kürzlich in der Debatte über die alte Form der lateinischen Messe geäußert und sich für eine tolerantere Linie des Heiligen Stuhls gegenüber den Gläubigen ausgesprochen, die der traditionellen Liturgie verbunden sind.

Übereinstimmung mit dem aktuellen Pontifikat

Gänswein hat seine positive Bewertung des Pontifikats von Leo XIV. nicht verborgen. Im Januar erklärte er gegenüber EWTN, dass „die Normalität allmählich zurückkehrt“ zum Vatikan, und im Juli, in einem Interview mit Katholisch.de anlässlich seines 70. Geburtstags, bezeichnete er den Papst als „einen klugen und intelligenten Mann“, der „die Probleme sieht, sie ernst nimmt und handelt“, in Anspielung auf die Schwierigkeiten, die „während des vorherigen Pontifikats“ aufgetreten seien.

Zum Inhalt der Audienz dieses Samstags wird in Rom als Teil der ordentlichen Tätigkeit eines Nuntius interpretiert, die den regelmäßigen Austausch mit dem Pontifex über die Situation der Kirche in den Ländern, bei denen er akkreditiert ist, umfasst, ohne dass ausgeschlossen werden kann, dass auch sein eventueller künftiger Bestimmungsort angesprochen wurde.

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