Das Kreuz auf dem Gipfel des Vieux Chaillol in den französischen Alpen wurde am vergangenen 15. August, dem Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, vandalisiert. Einer seiner Arme wurde von Unbekannten abgesägt – ein neuer Angriff auf ein christliches Symbol, das bereits im Oktober 2025 Opfer eines vandalistischen Aktes geworden war.
Bislang wurden die Täter weder identifiziert noch festgenommen. Das Kreuz befindet sich in 3.163 Metern Höhe auf einem der markanten Gipfel des Écrins-Massivs im französischen Département Hautes-Alpes, zwischen den Ortschaften Champoléon und La Motte-en-Champsaur. Die offiziellen Tourismusstellen der Region bestätigen sowohl die Höhe als auch die Lage des Vieux Chaillol innerhalb des Massivs.
Ein Arm des Kreuzes wurde abgesägt
Der Angriff bestand darin, einen der Arme der auf dem Gipfel errichteten Holzkonstruktion abzusägen. Dass die Tat am 15. August, einem der wichtigsten Marienfeste des katholischen Kalenders, verübt wurde, verleiht dem Vorfall eine zusätzliche Bedeutung, obwohl die Identität der Täter und ihre Motive bislang unbekannt sind.
Das aktuelle Kreuz war im August 2024 aufgestellt und gesegnet worden, um ein 1973 an derselben Stelle errichtetes Kreuz zu ersetzen.
Seine Präsenz auf dem Gipfel ist zudem Teil einer langjährigen religiösen Tradition in der Region. Die Errichtung von Kreuzen in den Bergen hat im Gebiet der Écrins eine historische Spur hinterlassen; der Nationalpark selbst erinnert daran, dass sich die religiöse Inbrunst in zahlreichen Kreuzen und Kapellen manifestiert.
Dasselbe Kreuz wurde bereits 2025 vandalisiert
Es handelt sich nicht um den ersten Angriff auf die Konstruktion. Im Oktober 2025 entdeckten Wanderer Graffiti auf dem Kreuz mit der Aufschrift «NLK 1312 Lens Fans» in Malvenfarbe.
Das Kreuz verblieb anschließend auf dem Gipfel. Von Bergsteigern im April und Mai dieses Jahres veröffentlichte Fotos dokumentierten noch seine Anwesenheit auf dem Vieux Chaillol vor dem erneuten Angriff.
Der neue Vorfall stellt somit den zweiten bekannten vandalistischen Akt gegen dasselbe Kreuz innerhalb eines Jahres dar, wobei der diesmal verursachte Schaden erheblich größer ist, da ein Teil der Konstruktion physisch durchtrennt wurde.
Kreuze als Teil der religiösen Landschaft der Alpen
Kreuze auf Alpengipfeln haben eine historische Präsenz, die über ihre Funktion als Orientierungspunkte für Wanderer hinausgeht. Sie sind ausdrücklich christliche Symbole und haben sich im Laufe der Zeit auch in das Erbe und die Traditionen zahlreicher Berggemeinden integriert.
An manchen Orten dienen sie zugleich als Erinnerung an in den Bergen Verstorbene. Im Gebiet der Écrins bilden die Kreuze und Kapellen eine historische Manifestation der religiösen Präsenz in diesen alpinen Regionen.
Der Vieux Chaillol ist einer der Hauptgipfel des Sektors, beherrscht das Tal von Champsaur und ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Bergsteiger. Die Route erreicht 3.163 Meter und bietet Ausblicke auf weite Teile des Écrins-Massivs.
In Erwartung, dass die Behörden die Täter ermitteln können, rückt das Absägen eines der Arme dieses Alpenkreuzes es erneut in den Mittelpunkt eines Vandalismus-Vorfalls – kaum zwei Jahre nach seiner Aufstellung und weniger als ein Jahr nach dem vorherigen Angriff.