Der Vatikan treibt eine internationale Erklärung voran, um zu verhindern, dass künstliche Intelligenz Atomwaffen kontrolliert.

Der Vatikan treibt eine internationale Erklärung voran, um zu verhindern, dass künstliche Intelligenz Atomwaffen kontrolliert.

Der Vatikan hat eine internationale Erklärung gefördert, die die Anwendung künstlicher Intelligenz im militärischen Bereich einschränken und auf nukleare Abrüstung hinarbeiten soll. Das Dokument mit dem Titel Erklärung von Rom für einen unbewaffneten und abrüstenden Frieden im Zeitalter der künstlichen Intelligenz, der Atomwaffen und der neuen digitalen Protokolle wurde am 16. Juli im Kapitol von Rom am Ende der Globalen Nobelpreis-Versammlung über künstliche Intelligenz und nukleare Kriegsführung unterzeichnet, die zwei Tage lang im Borgo Laudato si’ stattfand.

Die von der Heiligen Stuhl organisierte Initiative brachte Nobelpreisträger, Experten für künstliche Intelligenz, ehemalige Staats- und Regierungschefs sowie Vertreter von Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen. Der Text nimmt ausdrücklich den Aufruf von Leo XIV. auf, für einen „unbewaffneten und abrüstenden Frieden“ zu arbeiten, und unterstützt mehrere Vorschläge, die der Papst in der Enzyklika Magnifica humanitas zur ethischen Steuerung neuer Technologien formuliert hat.

Ein Vorschlag zur Regulierung des militärischen Einsatzes künstlicher Intelligenz

Die Erklärung vertritt die Auffassung, dass die Menschheit „einen entscheidenden Moment ihrer Geschichte“ durchlebt, bedingt durch die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Militär und Gesellschaft.

Das Dokument erkennt die Chancen dieser Technologie an, warnt jedoch auch vor den Risiken ihres Einsatzes in Waffensystemen, vor der zunehmenden Konkurrenz zwischen Atommächten und vor der Konzentration der technologischen Entwicklung auf eine begrenzte Zahl von Staaten und Großunternehmen.

In diesem Zusammenhang halten die Unterzeichner die Schaffung internationaler Mechanismen für erforderlich, die den Einsatz künstlicher Intelligenz in strategischen und militärischen Bereichen regeln.

Ein Vertrag zur Wahrung der menschlichen Kontrolle über Atomwaffen

Einer der zentralen Punkte der Erklärung ist der Vorschlag, einen internationalen Vertrag auszuhandeln, der die Integration von Systemen künstlicher Intelligenz in die Befehls-, Kontroll- und Abschussmechanismen von Atomwaffen ohne wirksame menschliche Aufsicht verbietet.

Der Text stellt fest, dass „die endgültige Entscheidung über den Einsatz einer Atomwaffe niemals einem automatisierten System überlassen werden darf“ und fordert die Regierungen auf, sicherzustellen, dass diese Entscheidungen stets in menschlicher Verantwortung bleiben.

Zudem schlägt er eine verstärkte Überwachung vollständig automatisierter Prozesse und die Verhinderung eines missbräuchlichen Einsatzes künstlicher Intelligenz in Cyberoperationen gegen nukleare Infrastrukturen vor.

Die Enzyklika Magnifica humanitas unter den Bezugsquellen des Dokuments

Die Erklärung bekundet ihre Unterstützung für Initiativen, die sich an der Enzyklika Magnifica humanitas von Leo XIV. orientieren, und befürwortet das Unabhängige Internationale Wissenschaftliche Gremium der Vereinten Nationen für künstliche Intelligenz.

Zu den Vorschlägen gehört auch die Schaffung eines „digitalen Gemeinguts“ (digital commons), das als Rahmen für den Austausch von Daten und Wissen dienen soll, um Herausforderungen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz, Atomwaffen und anderen globalen technologischen Risiken zu bewältigen.

Aufforderung zum Fortschritt bei der nuklearen Abrüstung

Im Schlussteil fordert das Dokument die Aufnahme von Verhandlungen zur verifizierbaren und irreversiblen Beseitigung von Atomwaffen und erinnert an die von den Staaten im Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NVV) und im Vertrag über das Verbot von Kernwaffen (TPNW) eingegangenen Verpflichtungen.

Die Erklärung appelliert zudem an die Atommächte, Politiken zu verabschieden, die darauf abzielen, die Rolle dieser Waffen in ihren Verteidigungsstrategien schrittweise zu verringern, um das Risiko eines nuklearen Konflikts zu senken und die strategische Stabilität zu stärken.

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