Die traditionelle Wallfahrt Nosto Fe wird ihre Ausgabe 2026 an den Tagen 10. und 11. Oktober begehen und die Wallfahrtsorte Notre-Dame de Grâce de Cotignac sowie die Basilika Saint-Maximin-la-Sainte-Baume durchqueren, wo die Tradition das Grab der heiligen Maria Magdalena verortet. Die Initiative bietet einen Wallfahrtsweg, der die traditionelle Liturgie des römischen Ritus mit dem christlichen Erbe der französischen Provence verbindet.
Inspiriert vom Modell der berühmten Wallfahrt von Paris nach Chartres hat sich Nosto Fe als Veranstaltung für Gläubige etabliert, die mit der liturgischen Tradition verbunden sind und einen starken Akzent auf die christliche und kulturelle Identität der provenzalischen Region legen.
Zwei große Wallfahrtsorte der Provence
Die Route verbindet zwei der wichtigsten Wallfahrtsorte im Süden Frankreichs. Cotignac ist bekannt für die Erscheinungen der Jungfrau Maria und des heiligen Josef, während Saint-Maximin die Basilika beherbergt, in der nach der Überlieferung die Reliquien der heiligen Maria Magdalena aufbewahrt werden.
Die Organisatoren stellen den Weg als Gelegenheit dar, die christlichen Wurzeln der Provence durch Wallfahrt, Gebet und lokale Traditionen neu zu entdecken, mit der Beteiligung kultureller Vereinigungen, die den Weg mit Musik, Gesängen und Gebeten der Region begleiten.
Traditionelle Liturgie und christliches Erbe
Die Wallfahrt dreht sich um die Feier der traditionellen Liturgie des römischen Ritus und wird als missionarische Initiative verstanden, die das spirituelle Leben mit den provenzalischen christlichen Traditionen verbinden möchte.
Nach Angaben der Organisation soll die Verwurzelung im Glauben und im religiösen Erbe der Region gefördert werden, indem sowohl die Wallfahrtsorte als auch die mit dem Christentum verbundenen kulturellen Ausdrucksformen gewürdigt werden.
Die Tradition der heiligen Maria Magdalena in der Provence
Die Wallfahrt endet in der Basilika Saint-Maximin-la-Sainte-Baume. Die provenzalische Überlieferung besagt, dass die heilige Maria Magdalena nach den ersten Christenverfolgungen in Jerusalem zusammen mit Marta, Lazarus, dem heiligen Maximin und anderen Jüngern an die Küsten des südlichen Galliens gelangte. Später soll sie als Einsiedlerin in der Sainte-Baume gelebt und schließlich in Saint-Maximin beigesetzt worden sein.
Nach der Auffindung ihrer Reliquien im 13. Jahrhundert, die Karl II. von Anjou zugeschrieben wird, entwickelte sich die Basilika zu einem der bedeutendsten Wallfahrtszentren der westlichen Christenheit und gilt traditionell als dritter großer Ort christlicher Verehrung nach dem Heiligen Grab in Jerusalem und dem Grab des heiligen Petrus in Rom.
Mit dieser neuen Ausgabe wird Nosto Fe erneut Pilger unterschiedlicher Herkunft auf einem Weg versammeln, der die spirituelle und kulturelle Tradition der Provence im Rahmen der traditionellen Liturgie lebendig erhalten möchte.