Il Giornale sagt: „Die Zukunft spricht Latein“: Die einflussreiche italienische Tageszeitung ergibt sich der traditionellen Messe

Il Giornale sagt: „Die Zukunft spricht Latein“: Die einflussreiche italienische Tageszeitung ergibt sich der traditionellen Messe

Il Giornale, eine der führenden italienischen Tageszeitungen, veröffentlichte am 28. Juni einen Meinungsartikel des Journalisten Tommaso Cerno unter dem Titel «La svolta pop della liturgia delle origini: perché il futuro parla latino» («Der pop-Wandel der Liturgie der Ursprünge: Warum die Zukunft Latein spricht»). Der Text vertritt die Auffassung, dass die Rückkehr der Messe in lateinischer Sprache, weit davon entfernt, ein Rückschritt zu sein, eine Möglichkeit darstellen könnte, die Kluft zur lefebvristischen Welt zu überwinden.

Cerno geht von einem seiner Ansicht nach anhaltenden Missverständnis aus: der Vorstellung, dass Latein das „Museum“ und die Volkssprachen „der Weg in die Zukunft“ repräsentierten. Demgegenüber argumentiert er, dass sich der Kontext seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil verändert habe:

„Zur Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils kam man aus der Unverständlichkeit: Das Volk wollte verstehen. Heute lebt das Volk von Codes, Abkürzungen, Formeln, Memes: Das Geheimnis schreckt nicht ab, es zieht an. Was wäre, wenn Latein, statt ‚abstrus‘ zu sein, pop würde? Eine Sprache, die niemandem gehört und die deshalb paradoxerweise allen gehören kann.“

Der Autor verbindet diese Anziehungskraft mit einer Nachfrage, die er vor allem bei Jüngeren wahrnimmt:

„Viele junge Menschen suchen nicht danach, ‚alles zu verstehen‘: Sie wollen etwas erleben, das nicht schon verdaut ist. Eine Erfahrung weniger als Nachbarschaftsversammlung und mehr als wahres Ritual: Wenige sprechen, viele hören zu; der Sinn geht durch den Körper, durch den Rhythmus, durch die Stille.“

Auf der kirchlichen Ebene unterscheidet Cerno zwischen der liturgischen und der doktrinalen Frage. Er erinnert daran, dass „das Schisma von Lefebvre nicht nur eine liturgische Auseinandersetzung war: Es war ein Kurzschluss von Autorität, Identität und Angst vor Veränderung“, und dass die Bischofsweihen von 1988 sowie die Exkommunikationen „weiterhin bestehen“. Aus dieser Unterscheidung leitet er seinen Vorschlag ab:

„Warum nicht ein Zeichen setzen für diejenigen, die die Messe in Latein wollen und dem Papst treu bleiben möchten? Die Einschränkungen für die ‚Loyalen‘ aufzuheben, wäre kein Preis für die Nostalgie, sondern eine Investition in die Gemeinschaft.“

Der Artikel schließt mit einer Einschränkung des Vorschlags und einer Zusammenfassung seiner These:

„Die Messe in Latein ist nicht der Kern des Schismas. Sie kann jedoch zum Instrument werden, es zu überwinden: nicht mit dem Anathem, sondern mit einer Geste intelligenter Toleranz. Tradition als Treibstoff, nicht als Fetisch.“

Der vollständige Text ist auf der Website von Il Giornale zu lesen.

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