Die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) erlebte ein intensives Wochenende der Priesterweihen mit der Aufnahme von zehn neuen Priestern und sieben neuen Diakonen in ihren Seminaren in Zaitzkofen (Deutschland) und Écône (Schweiz). Die Zeremonien fanden am 27. und 29. Juni statt, nur achtundvierzig Stunden vor den für den 1. Juli im Schweizer Seminar geplanten Bischofsweihen.
Wie die Bruderschaft selbst mitteilte, wurden am Samstag im Seminar vom Heiligsten Herzen Jesu in Zaitzkofen fünf Priester und vier Diakone geweiht, während an diesem Sonntag, dem Hochfest der heiligen Petrus und Paulus, fünf weitere Diakone in Écône die Priesterweihe empfingen und drei Seminaristen zu Diakonen geweiht wurden.
Weihen in Zaitzkofen trotz Verbot des Bischofs
Die in Deutschland gefeierten Weihen fanden statt, obwohl der Bischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer, die Priesterweihen der FSSPX auf dem Gebiet seiner Diözese untersagt hatte, da er der Ansicht war, dass die Bruderschaft die von der Kirche geforderten kanonischen Voraussetzungen für die rechtmäßige Feier dieser Zeremonien nicht erfüllt.
Die im Mai vom Bistum angekündigte Maßnahme hinderte die Weihen letztlich nicht daran, im bayerischen Seminar stattzufinden, wo mehr als 2.000 Gläubige an der von Monsignore Alfonso de Galarreta geleiteten Feier teilnahmen.
Unter den neuen Priestern befinden sich zwei polnische Kandidaten, während einer der neuen Diakone Kroate ist. Bei der Handauflegung wirkten Priester aus Deutschland, Australien, Belgien, Kroatien, Frankreich, Polen und den Vereinigten Staaten mit und spiegelten damit den internationalen Charakter des Seminars wider.
Die priesterliche Heiligkeit im Mittelpunkt der Predigt
In seiner Predigt erläuterte Monsignore Alfonso de Galarreta die Bedeutung des Weihesakraments und erinnerte daran, dass die Weihe den Priester mit Christus verbindet und ihn an dessen Priestertum teilhaben lässt.
Der Bischof betonte, dass diese Gnade eine persönliche Entsprechung durch ein Leben in Heiligkeit erfordert, und bekräftigte, dass die Fruchtbarkeit des priesterlichen Dienstes von der Treue des Priesters zur empfangenen Gnade abhängt.
Auch in Écône fünf neue Priester
Zwei Tage später empfing das internationale Seminar St. Pius X. in Écône eine weitere Weihefeier unter dem Vorsitz des Generaloberen der Bruderschaft, Monsignore Bernard Fellay.

Während der Feier empfingen fünf Diakone die Priesterweihe und drei weitere Seminaristen wurden zu Diakonen geweiht. Die Zeremonie begann mit den Diakonenweihen und setzte sich mit der Handauflegung über die Priesteramtskandidaten fort, gefolgt von der Salbung der Hände mit dem heiligen Chrisam, während der Veni Creator Spiritus gesungen wurde.
Die neuen Priester erhielten zudem die priesterliche Kasel und das Manutergium, das Tuch, mit dem traditionell die frisch gesalbten Hände verbunden werden und das nach altem Brauch zusammen mit der Mutter des Priesters beigesetzt wird, als Zeichen der Hingabe ihres Sohnes in den Dienst Gottes.