Die lateinische Übersetzung von Magnifica humanitas wird erst nach dem Sommer erscheinen.

Die lateinische Übersetzung von Magnifica humanitas wird erst nach dem Sommer erscheinen.

Als der Heilige Stuhl im vergangenen Mai Magnifica humanitas, die erste Enzyklika von Leo XIV., veröffentlichte, erregte das Fehlen einer offiziellen lateinischen Fassung Aufmerksamkeit. Die Situation war besonders bedeutsam bei einem lehramtlichen Dokument von höchster Ebene und befeuerte die Debatte über die Rolle, die die Sprache der Kirche in der vatikanischen Kommunikation weiterhin spielt.

Während die italienische, spanische, portugiesische, englische, französische, deutsche und polnische Fassung vom Heiligen Stuhl am vergangenen Pfingstmontag veröffentlicht wurden, befindet sich die lateinische Ausgabe noch in der Erarbeitung. Laut verschiedenen Informationen aus dem Vatikan arbeiten derzeit mehrere Fachleute an einer Version, die sowohl die lehrmäßige Präzision als auch die sprachlichen Anforderungen des kirchlichen Lateins respektiert.

Die Herausforderung, zeitgenössische Konzepte zu übersetzen

Im Gegensatz zu früheren Enzykliken widmet Magnifica humanitas besondere Aufmerksamkeit Themen wie der künstlichen Intelligenz, Algorithmen, dem Wandel der Arbeit und den ethischen Herausforderungen, die sich aus der technologischen Revolution ergeben.

Das Vorhandensein dieses zeitgenössischen Vokabulars hat die mit der Übersetzung beauftragten Latinisten vor Probleme gestellt, die in traditionellen päpstlichen Dokumenten selten vorkommen. Einige Begriffe verfügen über keine etablierten lateinischen Entsprechungen und erfordern die Schaffung neuer Termini oder die Anpassung von Ausdrücken, die den Inhalt des Textes präzise wiedergeben.

Interessanterweise bereitet einer der am häufigsten wiederholten Begriffe der Enzyklika, „Algorithmus“, keine besonderen Schwierigkeiten. Das Wort stellt bereits eine latinisierte Form eines Begriffs dar, dessen ferner Ursprung in der persischen Welt liegt und der vor Jahrhunderten in den westlichen wissenschaftlichen Wortschatz aufgenommen wurde.

Die Grenzen der automatischen Übersetzung

Laut Informationen, die vom deutschen Medium Katholisch.de verbreitet wurden, hat die Geschwindigkeit, mit der der Heilige Stuhl die wichtigsten modernen Übersetzungen des Dokuments veröffentlichte, einige Beobachter zu Spekulationen über eine mögliche Unterstützung durch Werkzeuge der künstlichen Intelligenz in bestimmten Phasen des redaktionellen Prozesses veranlasst.

Dennoch weisen Experten darauf hin, dass diese Art von Technologie weiterhin erhebliche Einschränkungen aufweist, wenn es um die Übersetzung ins Lateinische geht. Die grammatikalische Komplexität der Sprache, ihre historische Entwicklung und die Notwendigkeit, die theologische Präzision zu wahren, machen eine hoch spezialisierte menschliche Überprüfung unerlässlich.

Weitere Übersetzungen stehen noch aus

Die lateinische Fassung ist nicht die einzige, die noch nicht erschienen ist. Zu den Übersetzungen, die sich noch in Vorbereitung befinden, gehören auch einige, die vom Heiligen Stuhl als strategisch betrachtet werden, wie die chinesische und die russische Version.

Dagegen wurde die arabische Übersetzung bereits fertiggestellt und zusammen mit den übrigen vom Vatikan offiziell verbreiteten Fassungen veröffentlicht.

Mehr als eine sprachliche Frage

Die Verzögerung der lateinischen Übersetzung hat eine Bedeutung, die über die bloße philologische Frage hinausgeht. Obwohl Enzykliken in der Regel zunächst in den wichtigsten modernen Sprachen verbreitet werden, bleibt die lateinische Fassung für zahlreiche Fachleute und Gelehrte der lehramtlichen Texte die offizielle endgültige Referenz.

Daher wird die künftige Veröffentlichung der lateinischen Fassung von Magnifica humanitas von denen, die das päpstliche Lehramt studieren, mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden. Neben der Bereitstellung des endgültigen Referenztextes wird sie zeigen, wie die Kirche beschlossen hat, in das Lateinische Konzepte aufzunehmen, die im digitalen Zeitalter entstanden sind und mit einer der zentralen Fragen des Pontifikats von Leo XIV. bislang verbunden sind.

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