Die Diözese Charlotte (North Carolina) hat die größte Priesterweihe ihrer 54-jährigen Geschichte gefeiert, mit zehn neuen Priestern. Besonders auffällig: Acht von ihnen stammen aus Pfarreien, in denen die Messe in Latein gefeiert wurde oder die traditionelle liturgische Bräuche pflegten – genau jene Gemeinden, die von den von Bischof Peter Jugis und später von seinem Nachfolger Michael Martin verhängten Einschränkungen am stärksten betroffen waren.
Die Meldung unterstreicht eine unbequeme Paradoxie für jene, die behaupten, die traditionelle Liturgie sei überholt: Die Gemeinden, die der Tradition treu geblieben sind, sind weiterhin diejenigen, die Priesterberufungen hervorbringen.
Der Kontrast ist aufschlussreich: Während die traditionell geprägten Pfarreien die Seminare speisen, haben zwei der sogenannten „Megapfarreien“ von Charlotte – jene, die am besten zum liturgischen Stil von Bischof Martin passen, eine davon mit über 12.000 registrierten Familien – seit Beginn der COVID-19-Pandemie keine einzige Priesterberufung hervorgebracht.
Die Einschränkungen Martins gegenüber der traditionellen Messe
Msgr. Michael Martin, der 2024 das Bistum Charlotte übernommen hat, setzt die strengere Linie der Umsetzung des Motu proprio Traditionis Custodes von Papst Franziskus fort. Zu den ergriffenen Maßnahmen gehören das Verbot der Kommunion an der Altarbalustrade sowie neue Beschränkungen für die Feier des alten römischen Ritus – Entscheidungen, die unter den Gläubigen mit traditioneller Prägung Unmut ausgelöst haben.
Die Frage drängt sich auf: Wenn die Berufungen gerade aus jenen Gemeinden erwachsen, die das derzeitige Bischofsamt als problematisch ansieht, welche Auswirkungen werden diese restriktiven Maßnahmen dann auf die Zukunft des Diözesanklerus haben?
„Wird dieser Aufschwung der Berufungen in den kommenden Jahren unter Bischof Martin anhalten?“
Die Zahlen aus Charlotte bestätigen einen Trend, der auch in anderen US-amerikanischen und europäischen Diözesen zu beobachten ist: Dort, wo die traditionelle Liturgie Wurzeln geschlagen hat, erhalten die Seminare Kandidaten. Dort, wo man sich für einen Katholizismus entschieden hat, der dem heutigen Geschmack angepasster ist, fehlen die Berufungen. Diese Korrelation ist nicht neu, doch jede Massenweihe in traditionellen Gemeinden macht sie schwerer zu ignorieren.