Die vier von Écône: Pater Marc Hanappier

Die vier von Écône: Pater Marc Hanappier

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) hat angekündigt, dass Pater Marc Hanappier einer von vier Priestern sein wird, die am 1. Juli in Écône die Bischofsweihe empfangen. Mit nur 35 Jahren ist er der jüngste der Kandidaten, die in das Bischofskollegium der von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründeten Bruderschaft aufgenommen werden.

Derzeit übt er sein Priesteramt im Priesterseminar Saint Thomas Aquinas in Dillwyn, Virginia (USA), aus, wo er künftige Priester ausbildet und einige der grundlegenden Fächer der katholischen Theologie unterrichtet.

Eine Familie, die von geistlichen Berufungen geprägt ist

Marc Hanappier, französischer Staatsbürger, wurde 1990 in eine katholische Familie mit zehn Kindern geboren. Aus diesem Haushalt gingen mehrere Berufungen hervor: Einer seiner Brüder ist Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X., ein weiterer gehört den Kapuzinern von Morgon an, und eine seiner Schwestern ist Dominikanerin und unterrichtet in Saint-Pré.

Seine priesterliche Ausbildung absolvierte er in den Seminaren von Flavigny und Écône, wo er 2013 zum Priester geweiht wurde.

Seine ersten Einsatzorte waren mit dem Bildungsbereich verbunden. Er unterrichtete an der Schule l’Étoile-du-Matin bei Bitche und später an der Schule Saint-Michel in der Nähe von Châteauroux.

Im Jahr 2020 wurde er dem Priesterseminar Saint Thomas Aquinas in Virginia zugewiesen. Bevor er seine neuen Aufgaben vollständig übernahm, verbrachte er ein Jahr in Schottland, um seine Englischkenntnisse zu vertiefen und gleichzeitig in der pfarrlichen Seelsorge mitzuwirken.

Derzeit unterrichtet er hauptsächlich Metaphysik und dogmatische Theologie und betreut an den Wochenenden verschiedene Kapellen. Er spricht fließend Französisch und Englisch und verfügt über Kenntnisse in Deutsch und Spanisch.

Die Gnade als Grundlage des christlichen Lebens

Die Predigten und Vorträge Hanappiers spiegeln eine ständige Beschäftigung mit den großen dogmatischen Fragen des geistlichen Lebens wider. Besonders hervorzuheben ist dabei die Rolle der göttlichen Gnade bei der Heiligung des Menschen.

In seinen Predigten betont er, dass das gesamte christliche Leben aus der Initiative Gottes hervorgeht, zugleich aber eine freie Antwort des Menschen erfordert. Aus dieser Sicht ist die Heiligkeit weder ausschließlich das Ergebnis menschlicher Anstrengung noch eine passive Wirklichkeit, sondern das Resultat einer ständigen Zusammenarbeit mit der Gnade.

Diese Sichtweise kehrt in seinen Beiträgen immer wieder, in denen er hervorhebt, dass das Handeln Gottes sich in einer konkreten Verwandlung des Lebens durch das Wachstum in den Tugenden und die tägliche Treue zum göttlichen Willen ausdrücken muss.

Eine Spiritualität, die auf die alltägliche Heiligkeit ausgerichtet ist

In Anlehnung an den heiligen Franz von Sales erinnert Hanappier daran, dass die christliche Vollkommenheit nicht außergewöhnlichen Umständen oder besonderen Lebensständen vorbehalten ist, sondern im treuen Erfüllen der gewöhnlichen Pflichten erreicht werden kann.

Für ihn führt der Weg zur Heiligkeit über die Annahme der eigenen Berufung und die Suche nach dem Willen Gottes in den konkreten Umständen jedes Menschen, wobei die Versuchung vermieden werden soll, sich vorzustellen, die Heiligung wäre unter anderen Lebensbedingungen leichter.

Diese Spiritualität verbindet asketische Strenge mit Realismus. In seinen Predigten betont er, dass Schwierigkeiten, Stürze und persönliche Grenzen nicht zur Entmutigung führen dürfen, sondern zu einem erneuerten Vertrauen in die Barmherzigkeit Gottes und zu einer beständigen Ausdauer im geistlichen Kampf führen sollen.

Marianische Frömmigkeit und übernatürliches Leben

Auch die Gestalt der Jungfrau Maria nimmt einen herausragenden Platz ein.

Hanappier stellt Unsere Liebe Frau als vollkommenes Vorbild der Zusammenarbeit mit der Gnade und der völligen Hingabe an den göttlichen Willen dar. In seinen Überlegungen zur göttlichen Mutterschaft und zur Jungfräulichkeit Mariens hebt er besonders ihre Reinheit, ihre Demut und ihre absolute Verfügbarkeit für den Plan Gottes hervor.

Wie er erklärt, lässt sich die Größe der Jungfrau nicht von der Vollkommenheit ihrer Liebe und ihrer treuen Antwort auf die empfangene Gnade trennen. Aus dieser Perspektive schlägt er Maria als Vorbild für jeden Christen vor, der berufen ist, im übernatürlichen Leben zu wachsen.

Ein Theologieprofessor für die neue Priestergeneration

Im Gegensatz zu anderen Kandidaten, deren Verantwortung hauptsächlich mit der Leitung von Distrikten oder der Führung von Bildungseinrichtungen verbunden war, hat Marc Hanappier einen großen Teil seines Wirkens der intellektuellen und dogmatischen Ausbildung künftiger Priester gewidmet.

Seine Tätigkeit im amerikanischen Priesterseminar der Bruderschaft bringt ihn in direkten Kontakt mit den neuen Generationen des traditionalistischen Klerus. Dort verbindet er die Lehre philosophischer und theologischer Disziplinen mit der gewöhnlichen pastoralen Betreuung – eine Erfahrung, die das Profil dessen geprägt hat, der sich nun darauf vorbereitet, eine neue Verantwortung innerhalb der bischöflichen Struktur der FSSPX zu übernehmen.

 

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