Mehr als 200 Personen nahmen am Samstag an einer sogenannten „queer“-Feier teil, die während des großen Treffens deutscher Katholiken in der Stadt Würzburg organisiert wurde. Die Zeremonie war geprägt von Forderungen nach sexueller Vielfalt, Segnungen für homosexuelle Paare und der Anerkennung von Geschlechtsidentitäten.
Laut Katholisch.de fand die Veranstaltung in der Augustinerkirche statt und zog so viele Besucher an, dass sich Schlangen vor den Kirchentüren bildeten – wie auch bei anderen Veranstaltungen des kirchlichen Treffens.
Die Veranstalter erklärten zu Beginn der Feier, dass solche Zeremonien „früher am Rand“ stattfanden, nun aber im Zentrum des kirchlichen Lebens in Deutschland stünden.
LGBT-Forderungen innerhalb der Kirche
Die Feier stand unter dem Motto „Das Leben ist bunt: Vielfalt in der Kirche?“ und wurde von mehreren Gruppen organisiert, die mit dem LGBT-Aktivismus im deutschen Katholizismus verbunden sind.
Zu den Organisatoren gehörten die Initiative #OutInChurch, das Augustinerkloster Würzburg, deutsche katholische Jugendverbände und verschiedene Gruppen homosexueller Christen.
Während der Zeremonie tauschten die Teilnehmenden gegenseitig Botschaften der Unterstützung und des Segens aus, während verschiedene Beiträge die „bedingungslose“ Anerkennung der menschlichen Würde „unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung oder Lebensstil“ forderten.
Deutschland und der „synodale Weg“
Das große Treffen deutscher Katholiken hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Schauplätze des sogenannten „synodalen Weges“ entwickelt, der von Teilen der deutschen Bischofskonferenz und des Laienrats initiiert wurde.
Bei diesen Treffen sind häufig Veranstaltungen zu kirchlichen Reformen, Änderungen in der Sexualmoral und Vorschläge zur Anpassung der Kirche an zeitgenössische kulturelle Strömungen zu beobachten.
Die Durchführung dieser „queer“-Feier im Zentrum des Treffens spiegelt die zunehmende Normalisierung solcher Initiativen innerhalb der Kirche in Deutschland wider.