Das Audiencia Provincial de Madrid hat einen Priester, der im Madrider Bezirk Puente de Vallecas stationiert war, zu elf Jahren Gefängnis verurteilt wegen eines fortgesetzten Delikts der sexuellen Aggression, das gegen eine immigrante Frau in einer Situation wirtschaftlicher und sozialer Verletzlichkeit begangen wurde.
Gemäß dem Urteil, das von Europa Press vorab bekanntgegeben wurde, übte der Verurteilte seit 2018 als Pfarrer in der Kirche San Pedro Regalado y San José de Calasanz aus und nutzte seine Position in der Pfarrei, um immigrante Frauen zu gewinnen, die wirtschaftliche Hilfe oder Unterkunft benötigten.
Das Gericht hält für bewiesen, dass die Hauptopfer, eine kolumbianische Frau, die im Februar 2022 nach Spanien kam, in die Pfarrei kam, um Hilfe zu suchen, nachdem sie ihre Unterkunft verloren hatte. Der Priester bot ihr Unterkunft in einem Haus in der Nähe seines eigenen an und begann später, sexuelle Andeutungen zu machen.
Das Audiencia erkennt die Ausnutzung der Verletzlichkeit an
Das Urteil stellt fest, dass der Angeklagte mehrmals die Wohnung mit seinen eigenen Schlüsseln betrat und sexuelle Aggressionen gegen die Frau beging. Das Urteil dokumentiert zudem Drohungen gegen das Opfer, um eine Anzeige zu verhindern.
Die Richter halten es für nachgewiesen, dass der Priester die extreme Verletzlichkeit der Frau und ihre Abhängigkeit von den über eine religiöse Einrichtung verwalteten Hilfen ausnutzte.
Als Folge der Ereignisse wurde das Opfer später mit einer posttraumatischen Belastungsstörung diagnostiziert.
Freispruch von anderen Anklagen
Das Audiencia Provincial spricht den Priester jedoch von anderen von drei weiteren Frauen gemeldeten Delikten frei. Das Gericht ist der Ansicht, dass die von ihnen geschilderten Vorfälle – Kommentare, Andeutungen oder unangemessenes Verhalten – nicht ausreichen, um eine strafrechtliche Verurteilung zu rechtfertigen.
Neben der Haftstrafe verhängt das Urteil gegen den Verurteilten ein zwölfjähriges Annäherungs- und Kontaktverbot gegenüber dem Opfer, zehn Jahre beaufsichtigte Freiheit nach Verbüßung der Strafe und achtzehn Jahre Berufsverbot für die Arbeit mit Minderjährigen.
Der Priester muss die Anzeigeerstatterin zudem mit 40.000 Euro für moralische Schäden entschädigen.