Der Präsident der Spanischen Bischofskonferenz, Luis Argüello, hat an diesem Sonntag, dem 3. Mai, in einem ausführlichen Interview in ABC den bevorstehenden Besuch von Papst Leo XIV in Spanien angesprochen, aber es sind seine Antworten zum Valle de los Caídos, in denen sich die relevantesten – und problematischsten – Elemente seiner Haltung konzentrieren.
Eine faktisch bedingte Verhandlung
Obwohl Argüello leugnet, dass die Regierung explizite Bedingungen auferlegt hat, erkennt er doch einen anhaltenden indirekten Druck an: „Nein, ich muss ehrlich sein und sagen, dass diese Angelegenheit nie als Bedingung gestellt wurde. Aber es ist evident, dass für die einen und die anderen der Kontext des Papstbesuchs präsent ist.“ Noch mehr, er gibt zu, dass die Exekutive diese Angelegenheiten wiederholt nach Rom gebracht hat: „Sie haben die Heilige Stuhl einbeziehen wollen, um zu erzwingen, was sie uns sagen könnten.“
Diese Anerkennung bestätigt, dass die Frage des Valle de los Caídos nicht in einem streng nationalen Rahmen gelöst wird, sondern in einem Szenario, in dem der Heilige Stuhl als indirekter Gesprächspartner genutzt wurde, um auf die Position der spanischen Bischöfe einzuwirken.
Das Valle: Ambige Formulierungen und implizite Zugeständnisse
Der Kern der bischöflichen Position lässt sich in einem Satz zusammenfassen, den Argüello selbst als gemeinsames Kriterium vorstellt: „Wir wollen, dass die Abtei fortbesteht, dass die Basilika weiterhin Basilika bleibt und dass es einen unabhängigen Zugang gibt zu dem der neuen zu errichtenden Anlage.“
Diese Aussage wirft jedoch mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Unabhängiger Zugang zu was? Zu einem separaten Raum innerhalb desselben Komplexes? Zu einem getrennten Pfad für nicht-liturgische Nutzungen? Die Frage ist nicht unwichtig, da sie de facto die Möglichkeit einer Segmentierung des Geländes einführt.
Argüello selbst erkennt an, dass das aktuelle Projekt nicht einmal dieses Minimum erfüllt: „Das aktuelle Gewinnerprojekt respektiert die ersten beiden Punkte und nicht den unabhängigen Zugang.“ Das bedeutet, dass das einzige Element, das eine klare Grenze zwischen den Nutzungen ziehen würde – falls das die Absicht war –, in dem laufenden Vorschlag nicht einmal garantiert ist.
In diesem Kontext bleibt die Betonung, dass „die Basilika weiterhin Basilika bleibt“, eine eher deklarative als operative Formulierung. Die Architektur des Valle de los Caídos ist nicht modular und leicht teilbar. Die Einführung unterschiedlicher Zugänge impliziert die Akzeptanz einer funktionalen Dualität, die in der Praxis zu einer Aufteilung des Raums oder zu einer Neudeutung des gesamten Komplexes als gemischter Ort führen kann: teilweise liturgisch, teilweise musealisiert oder umgedeutet.
Argüello gibt zudem den Druck anderer Akteure zu: „Es gibt andere Personen […], die wollen, dass keine Spur christlicher Präsenz übrig bleibt, während andere wollen, dass nichts angerührt wird.“ Die bischöfliche Antwort ist ein Mittelweg, der einige Elemente – das Kreuz, die monastische Gemeinschaft – zu erhalten sucht, aber gleichzeitig den vom Regierung vorgegebenen Interventionsrahmen zu akzeptieren scheint.
Versöhnung als Argument und Grenze
Der Erzbischof appelliert an die symbolische Dimension des Valle: „Das Zeichen des Kreuzes und das Zeichen einer monastischen Gemeinschaft […] ist ein Zeichen, das heute weiterhin volle Gültigkeit hat.“ Und er fügt hinzu, dass ein eventueller Accord „die Gelegenheit für ein versöhnendes Treffen“ sein könnte.
Allerdings führt er eine bedeutsame Aussage ein: „In dem Spanien, das als das der Transition bezeichnet wird, war dieser Versöhnungsaufwand […] in hohem Maße gelungen.“ Der Nuancen ist klar: Dieser vorherige Konsens wird als erodiert betrachtet, und die aktuelle Verhandlung stellt ihn nicht notwendigerweise wieder her, sondern kann dazu beitragen, ihn in anderen Begriffen neu zu definieren.
Andere Fronten: Politischer Druck und öffentliche Rhetorik
Auf politischer Ebene kritisiert Argüello eine Doppelmoral hinsichtlich der Einmischung der Kirche: „Wenn wir über bestimmte Angelegenheiten sprechen, heißt es, wir sollen schweigen, und wenn wir über andere sprechen, wird uns ein Megafon hingehalten.“ Dennoch begrenzt er die Rolle der Bischöfe auf allgemeine Prinzipien und vermeidet es, in konkrete Entscheidungen einzugreifen, eine Linie, die in der Praxis bei Themen wie Einwanderung oder historischer Erinnerung schwer aufrechtzuerhalten ist.
Zu letzterem Punkt, der auch mit dem Papstbesuch auf den Kanaren verbunden ist, betont er die Notwendigkeit breiter Abkommen: „Eine Angelegenheit, die kein Staat isoliert lösen kann.“ Aber er erkennt die bestehenden politischen Spannungen an, einschließlich direkter Vorwürfe an die Kirche wegen ihres sozialen Engagements.
Insgesamt lässt das Interview eine präzise Schlussfolgerung zurück: Im Fall des Valle de los Caídos stellt die Bischofskonferenz keine frontale Opposition dar, sondern eine Verhandlung, die wesentliche Elemente des Regierungsansatzes akzeptiert. Das Problem ist, dass die Schlüsselausdrücke – wie dieser „unabhängige Zugang“ – nicht klar definiert sind und in der Praxis eine tiefe Transformation des ursprünglichen Sinns des gesamten Komplexes implizieren können, ohne dass dies offen explizit gemacht wird.