Die Ausdehnung der Konzelebration in der lateinischen Kirche war in ihrem Ursprung keine friedliche Entscheidung und nicht frei von Einwänden. Während der Debatten des Zweiten Vatikanischen Konzils warnten einige konziliare Väter klar vor den Risiken, diese Praxis über sehr konkrete Kontexte hinaus zu erweitern.
Unter ihnen hob sich der Dominikaner Paul-Pierre Philippe hervor, der später Kardinal wurde, dessen Intervention kürzlich vom Bischof Athanasius Schneider wiederaufgenommen und vom Theologen Peter Kwasniewski in New Liturgical Movement analysiert wurde.
Eine präzise Kritik aus dem Konzil selbst
Philippe lehnte die Konzelebration an sich nicht ab. Er akzeptierte ihren Gebrauch in Feiern, die die Einheit des Priestertums sichtbar zum Ausdruck bringen, wie der Chrisammesse oder denen, die vom Bischof geleitet werden. Allerdings widersetzte er sich mit theologischen Argumenten ihrer Ausdehnung als gewohnte Praxis.
Sein Ausgangspunkt war klar: Die Einheit des Priestertums äußert sich nicht primär durch die gleichzeitige Handlung mehrerer Priester am Altar, sondern durch die Vereinigung eines jeden mit Christus. Daher hielt er fest, dass die Messe, die von einem einzigen Priester gefeiert wird, die Handlung Christi, die sich als Opfer darbringt, direkter zum Ausdruck bringt.
Das Risiko, die priesterliche Identität zu schwächen
Einer der delikatesten Aspekte seiner Intervention war die Warnung vor dem inneren Leben des Priesters. Philippe wies darauf hin, dass die häufige Konzelebration zu einem progressiven Verlust des Bewusstseins des Priesters als „alter Christus“ führen könnte.
Es handelte sich nicht um einen disziplinarischen Einwand, sondern um einen spirituellen: Wenn der Priester die persönliche Feier der Messe nicht mehr gewohnheitsmäßig erlebt, könnte seine direkte Beziehung zum eucharistischen Opfer leiden, das das Zentrum seines Lebens ausmacht.
Weniger Messen, weniger Ausdruck des Opfers
Ein weiteres entwickeltes Argument – das später von Autoren wie Enrico Zoffoli erweitert wurde – ist die praktische Konsequenz der gewohnten Konzelebration: die Reduzierung der Anzahl gefeierter Messen.
Aus katholischer Lehre hat jede Messe einen eigenen Wert als Opfer, das für das Heil der Lebenden und Verstorbenen dargebracht wird. Es ist daher nicht gleichgültig, ob mehrere Priester gemeinsam eine einzige Messe feiern, anstatt jeder für sich das eucharistische Opfer darzubringen.
An diesem Punkt ist die Kritik direkt: Die Konzelebration vermehrt nicht die Anzahl der Opfer, sondern stellt einen einzigen sakramentalen Akt dar, was eine effektive Verringerung der Anzahl gefeierter Messen impliziert.
Die Gefahr, den opferhaften Sinn zu verdunkeln
Die theologische Reflexion geht über die konkrete Praxis hinaus. Einige Autoren haben gewarnt, dass die Ausdehnung der Konzelebration eine unvollständige Auffassung der Messe begünstigen könnte, indem sie den Akzent auf ihre Dimension als Versammlung oder Mahl verlagert.
Dagegen hat die Tradition der Kirche stets betont, dass die Messe vor allem das Opfer Christi ist, das am Altar gegenwärtig wird. Wenn dieser Aspekt nicht mehr im Vordergrund steht, besteht die Gefahr, die Wahrnehmung des eucharistischen Mysteriums selbst zu verändern.
Eine Warnung, die nichts an Aktualität verloren hat
Philipphes Intervention war keine isolierte Meinung, sondern Teil einer realen Diskussion innerhalb des Konzils über die Grenzen und den Sinn der Konzelebration. Dennoch hat die spätere Entwicklung der liturgischen Praxis die Grenzen überschritten, die einige dieser Väter für ratsam hielten.
Die von Schneider und Kwasniewski wiederaufgenommenen Reflexionen bringen nichts Neues, sondern rücken Warnungen in den Vordergrund, die genau im Moment der liturgischen Reform formuliert wurden.
Die grundlegende Frage: Die Zentralität der Messe
Im Spiel steht nicht eine disziplinäre Vorliebe, sondern die Zentralität der Messe im Leben der Kirche und des Priesters. Die Tradition hat es immer für zweckmäßig gehalten, dass jeder Priester täglich feiert, gerade wegen des unendlichen Werts des eucharistischen Opfers.
Im Licht dieser Überlegungen wirft die ausgebreitete Praxis der Konzelebration eine Frage auf, die das Konzil selbst nicht als erledigt ansah: Ob ihr gewohnter Gebrauch das Mysterium der Messe klarer zum Ausdruck bringt oder im Gegenteil einige ihrer wesentlichen Elemente schwächt.