Der Kardinal Reinhard Marx hat den Priestern des Erzbistums München und Freising empfohlen, einen pastoralen Leitfaden zu verwenden, um Paare zu segnen, die kein kanonisches Ehe nicht eingehen können oder wollen, einschließlich gleichgeschlechtlicher Paare.
Ein interner Brief an die pastoralen Mitarbeiter
Wie das deutsche Medium Katholisch.de berichtet, hat der Erzbischof von München einen Brief an Priester und pastorale Mitarbeiter geschickt, in dem er vorschlägt, diesen Leitfaden als Grundlage für die pastorale Arbeit in der Diözese anzuwenden.
Der Inhalt des Briefs wurde nicht vollständig veröffentlicht, aber das Erzbistum hat seine Existenz und seine allgemeine Ausrichtung bestätigt.
Das Dokument, auf das Bezug genommen wird, wurde im vergangenen Jahr von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) im Rahmen des „Synodalen Wegs“ genehmigt.
Ein Leitfaden zur Segnung aller Arten von Paaren
Der Text eröffnet die Möglichkeit, Paare zu segnen, die nicht zum Sakrament der Ehe Zugang haben, einschließlich wiederverheirateter Geschiedener, gleichgeschlechtlicher Paare und Verbindungen, die nicht kanonisch formalisiert werden wollen.
Der Vorschlag stützt sich auf das vatikanische Dokument Fiducia supplicans, das im Dezember 2023 veröffentlicht wurde und die Tür für nicht-liturgische Segnungen für Paare in unregelmäßigen Situationen öffnete.
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Ohne bindenden Charakter in der deutschen Kirche
Der Leitfaden wurde im Rahmen eines Dialogorgans zwischen Bischöfen und Laien erarbeitet, das keine normgebende Befugnis hat. Daher hängt seine Anwendung von jedem Diözesanbischof ab.
In der Praxis erlauben oder empfehlen die meisten deutschen Diözesen seine Nutzung, obwohl einige – wie Köln, Regensburg oder Passau – seine Umsetzung abgelehnt haben.
Hin zu einem neuen offiziellen Ritual der Segnungen
Parallel dazu wird das Benediktionale – das Buch der Segnungen – für die deutschsprachigen Länder überarbeitet. In diesem neuen liturgischen Buch sollen spezifische Formeln für die Segnung von Paaren aufgenommen werden.
Der Verantwortliche der Arbeitsgruppe für die Überarbeitung hat angegeben, dass sie es für notwendig halten, diesen Typ von Segnungen einzubeziehen, da es einer der Aspekte war, die im Überarbeitungsprozess in Rom am meisten Aufmerksamkeit erregt haben.