Islamische Führer fordern die Festnahme des chaldäischen Patriarchen Sako

Islamische Führer fordern die Festnahme des chaldäischen Patriarchen Sako

Der chaldäische Patriarch, Kardinal Louis Raphaël Sako, hat Bedrohungen von islamischen Gruppen mit Sitz in Irak und Iran erhalten, nach einer fehlerhaften Interpretation einer Botschaft, die während der Weihnachtsmesse ausgesprochen wurde, so berichtet Chaldean Press.

Während der liturgischen Feier verwendete der Patriarch den Begriff „Normalisierung“ in einem spirituellen Sinn und forderte die Gläubigen auf, sich zu versöhnen und in Frieden miteinander zu leben. Allerdings interpretierten islamische Kleriker und Führer den Begriff als politische Referenz auf eine angebliche Normalisierung mit Israel, was eine schnelle öffentliche Reaktion auslöste.

Aufgrund dieser Interpretation haben einige islamische Führer sogar die Verhaftung des Kardinals Sako gefordert, und der Patriarch hat zahlreiche Bedrohungen erhalten, einige davon von äußerster Schwere.

Die chaldäische Archieparchie gab eine öffentliche Klärung heraus und erklärte, dass Kardinal Sako sich auf die Normalisierung kultureller und ziviler Beziehungen mit dem Irak im Allgemeinen bezog – Förderung des Tourismus, interreligiöses Zusammenleben – und nicht auf die Etablierung von Verbindungen mit Israel. Laut derselben Quelle hat der Patriarch ausdrücklich klargestellt, dass seine Botschaft keinen politischen Inhalt habe, sondern ausschließlich spirituellen, doch die Eskalation der Feindseligkeiten hat nicht nachgelassen.

Chaldean Press weist darauf hin, dass nach Rücksprache mit chaldäischen Gläubigen die Mehrheit der Gemeindemitglieder in den Worten des Patriarchen während der Weihnachtsmesse keine politische Botschaft wahrgenommen hat. Dennoch haben bestimmte islamische Gruppen ihre Forderungen intensiviert, mit Aufrufen nicht nur zu seiner Festnahme, sondern sogar zu seiner Hinrichtung.

In diesem Kontext soll Kardinal Sako selbst gesagt haben: „Wenn sie mich vor Gericht stellen und für das Wohl des Iraks hinrichten wollen, so sei es“, so zitiert das chaldäische Medium.

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