«Das Geheimnis des Glaubens…»

Leitartikel Katholische Nachrichtenagentur

«Das Geheimnis des Glaubens…»

Dieser Sonntag, 31. Mai, feiert die Kirche das Hochfest der Heiligsten Dreifaltigkeit. Die Liturgie lädt uns ein, inmitten des hektischen Lebensrhythmus innezuhalten und das Herzstück unseres Glaubens zu betrachten, Gott ist einer im Wesen und dreifaltig in den Personen.

Es ist nicht einfach, dies zu erklären, doch handelt es sich nicht um eine weitere theologische Information, sondern um das Dogma, das das Christentum in einzigartiger Weise kennzeichnet. Keine andere Religion bekennt, dass der eine Gott ewig als Vater, Sohn und Heiliger Geist existiert – drei unterschiedliche, gleich ewige und wesensgleiche Personen, die eine einzige göttliche Natur teilen. Dieses Geheimnis ist keine philosophische Komplikation, sondern die höchste Offenbarung der Liebe, Gott ist keine Einsamkeit, sondern vollkommene und ewige Gemeinschaft.

Seit den ersten Jahrhunderten hat die Kirche diese Wahrheit gegen alle Versuche verteidigt, sie zu vereinfachen oder zu verfälschen. Das Apostolische Glaubensbekenntnis, das wir jeden Sonntag sprechen, verkündet es klar: „Ich glaube an Gott, den Vater… und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn… und an den Heiligen Geist“. Heute stellen wir jedoch schmerzlich fest, dass viele Christen keine feste Überzeugung und keine elementare Klarheit über die drei göttlichen Personen besitzen.

Nicht wenige verwechseln sie in der Praxis mit drei getrennten Göttern oder mit bloßen „Formen“ oder „Weisen“ der Erscheinung eines einzigen Gottes. Diese Verwirrung ist nicht neu; sie erinnert an die alten Häresien des Modalismus oder des Tritheismus, gewinnt aber heute in einer Kultur, die vagen Gefühlen gegenüber klar definierten Wahrheiten den Vorzug gibt, eine beunruhigende Dimension.

Eine aktuelle Studie zum Glauben der Katholiken zeigt ein paralleles und alarmierendes Phänomen: Rund 70 % der Katholiken in bestimmten Kontexten leugnen die wirkliche Gegenwart Christi in der Eucharistie und reduzieren sie auf ein bloßes Symbol. Wenn man nicht fest an die wirkliche Gegenwart Jesu unter den eucharistischen Gestalten glaubt, wie kann man dann mit Tiefe bekennen, dass Vater, Sohn und Heiliger Geist wirklich ein einziger Gott sind? Beide Dogmen – die Dreifaltigkeit und die Eucharistie – erfordern denselben demütigen und übernatürlichen Glauben: anzunehmen, dass Gott jenseits dessen wirkt, was die Sinne wahrnehmen und die menschliche Vernunft vollständig erfassen kann. Fehlt eine tiefgehende Katechese und eine kontinuierliche Bildung, wird das Credo zu einer leeren Formel und das trinitarische Geheimnis löst sich in eine vage „göttliche Energie“ oder in drei „Götter“ auf, die zusammenarbeiten.

Gerade angesichts dieser Realität erleuchtet die Lehre von Papst Benedikt XVI. unseren Weg mit Klarheit. In seinem Angelus vom 7. Juni 2009 erinnerte er daran, dass Jesus uns geoffenbart hat, „Gott ist Liebe, nicht in der Einheit einer einzigen Person, sondern in der Dreifaltigkeit einer einzigen Substanz“. Und er fügte hinzu: „Er ist Schöpfer und barmherziger Vater; er ist der eingeborene Sohn, die ewige Weisheit, die Fleisch geworden ist, für uns gestorben und auferstanden; und schließlich ist er der Heilige Geist, der alles – den Kosmos und die Geschichte – zur endgültigen Vollendung hinbewegt. Drei Personen, die ein einziger Gott sind, weil der Vater Liebe ist, der Sohn Liebe ist und der Geist Liebe ist. Gott ist ganz und gar Liebe und nur Liebe, reinste, unendliche und ewige Liebe. Er lebt nicht in herrlicher Einsamkeit, sondern ist vielmehr eine unerschöpfliche Quelle des Lebens, die sich unaufhörlich hingibt und mitteilt“.

Benedikt XVI. erinnert uns daran, dass die Dreifaltigkeit kein fernes Rätsel ist, sondern das Modell jeder authentischen Gemeinschaft. In ihr entdecken wir, dass der Mensch, geschaffen nach dem Bild Gottes, sich nur in der Selbsthingabe und in der liebenden Beziehung vollständig verwirklicht. Das trinitarische Leben ist nicht abstrakt; es wird uns bereits in der Taufe geschenkt und drängt uns, in der Kirche als eine Familie von Kindern Gottes zu leben.

Möge dieses Hochfest nicht unbemerkt vorübergehen. Möge es wirklich eine heilige Pause sein, damit unser Herz anbetet, dankt und sich von dem Geheimnis verwandeln lässt, das alles trägt. Mögen wir unseren Glauben an den einen und dreifaltigen Gott erneuern, die Quelle allen Lebens und aller Hoffnung.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist!

 

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