Bronchalo in Mexiko: „Ich mag den Titel Influencer nicht“

Bronchalo in Mexiko: „Ich mag den Titel Influencer nicht“

Francisco Javier Bronchalo, der in der Öffentlichkeit als Padre Patxi Bronchalo bekannt ist, befindet sich in Mexiko, wo er eine Reihe von Vorträgen halten wird. Dies erklärt er in einem Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur. In dem Gespräch macht der Priester mit Natürlichkeit und Entschiedenheit deutlich, dass es ihm nicht gefällt, als „Influencer“ bezeichnet zu werden, ein Begriff, den er wegen der Konnotationen von Eitelkeit und Selbstinszenierung ablehnt. Er zieht es vor, sich einfach als gewöhnlicher Priester vorzustellen, der die sozialen Netzwerke als ein weiteres Instrument seines Dienstes nutzt, ohne dass diese jemals das Wesentliche ersetzen: das Pfarrleben, die Sakramente und die persönliche Begegnung mit Christus.

Das Interview, das auf dem YouTube-Kanal der ACN verfügbar ist, bietet einen nahen und tiefen Einblick in die Mission dieses spanischen Priesters, der den gewöhnlichen Pfarrdienst mit einer intensiven Tätigkeit der Evangelisierung über soziale Netzwerke und das geschriebene Wort verbindet.

2013 für die Diözese Getafe geweiht, wirkt Pater Bronchalo derzeit als Pfarrer von Nuestra Señora de Butarque im Süden von Madrid und als Kaplan der Universidad Carlos III. Seine Laufbahn ist geprägt von einer engen Begleitung junger Menschen und einem pastoralen Stil, der das Evangelium in den Alltag einbringen möchte. Er ist Autor mehrerer Bücher, die im spanischsprachigen Raum große Verbreitung gefunden haben, darunter Santos o nada, El amor no se acaba (über Verlobung und Ehe), Un camino para liberarnos a todos und Rezar como Jesús nos enseñó. Durch diese Werke und seine digitale Präsenz — mit dem Profil @FJBronchalo auf Instagram, TikTok und YouTube — hat er Zehntausende von Menschen erreicht und stets betont, dass die sozialen Netzwerke ein Mittel im Dienst der Mission und niemals ein Selbstzweck sind.

Die Tournee, die ihn nach Mexiko führt, findet zwischen dem 20. und 30. Juli 2026 statt. In Zusammenarbeit mit Buchhändlern und verschiedenen kirchlichen Initiativen besucht der Priester Pfarrgemeinden und hält Vorträge und Konferenzen in Mexiko-Stadt, Xalapa, Zacatecas und anderen Orten. Das erklärte Ziel ist einfach und zugleich anspruchsvoll: den Glauben direkt zu teilen, Hoffnung zu predigen und das Pfarrleben zu stärken durch eucharistische Anbetung, eine gute Feier der Liturgie und eine Verkündigung, die die Herausforderungen der Gegenwart nicht ausklammert.

In dem Gespräch mit der Katholischen Nachrichtenagentur spricht Pater Bronchalo offen über die Herausforderungen der digitalen Evangelisierung: die Gefahr, in Narzissmus oder Applausheischerei zu verfallen, die Fragmentierung durch Algorithmen und die Notwendigkeit eines gefestigten geistlichen Lebens, das den Dienst in Gebet, Messe und priesterlicher Brüderlichkeit verankert. Er stellt außerdem die Situation vieler europäischer Pfarreien — geprägt von Individualismus und rückläufiger religiöser Praxis — der gemeinschaftlichen Lebendigkeit und der Wärme gegenüber, die er in Mexiko wahrnimmt. Er betont, dass die Kirche nicht dazu berufen ist, im Bereich der Unterhaltung zu konkurrieren, sondern das anzubieten, was niemand sonst geben kann: Christus selbst.

Das Interview ist daher mehr als nur ein Porträt eines Priesters mit starker medialer Präsenz. Es ist eine Einladung, darüber nachzudenken, wie man den Glauben mit Radikalität in einer von Reizen überfluteten Welt lebt, wie man den Sinn der Pfarrei als Haus der Gemeinschaft zurückgewinnt und wie man digitale Mittel in den Dienst der Wahrheit stellt, ohne das Wesentliche aus den Augen zu verlieren. Wer sich mit diesen Fragen vertieft auseinandersetzen möchte, findet im Gespräch eine klare, ruhige und tief kirchliche Stimme.

Das vollständige Interview kann hier angesehen werden:

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