Die Schweizer Diözese St. Gallen verteidigt die von ihrer Pastoral organisierte Drag-Show.

Die Schweizer Diözese St. Gallen verteidigt die von ihrer Pastoral organisierte Drag-Show.
Foto : @A_Lupa_Nova

Die Diözese St. Gallen in der Schweiz hat die Drag-Show verteidigt, die für diesen Freitag, den 18. September, von der katholischen Seelsorge der Stadt organisiert wurde, und bestätigt, dass Bischof Beat Grögli über die Initiative informiert war. Die Veranstaltung wurde zudem als Auftakt eines neuen Formats namens Deep Drag konzipiert, das mit weiteren Treffen fortgesetzt werden könnte.

Die Erklärungen erfolgen, nachdem die Organisation der Show durch die katholische Seelsorge St. Gallen bekannt geworden war. Die Leiterin für Kultur und Bildung der städtischen Seelsorge, Ann-Katrin Gässlein, hat nun auf Fragen des Catholic Herald zur Zielsetzung der Veranstaltung, ihrer möglichen Fortsetzung und dem Wissensstand des Bischofs geantwortet.

Der Bischof war informiert

Gässlein bestätigte, dass Grögli die Initiative vor ihrer Durchführung kannte. Er sei, so erklärte sie, „über die Veranstaltung informiert“ worden – im Sinne einer „transparenten Kommunikation“, die in der Diözese gepflegt werde.

Die Verantwortliche bestätigte jedoch nicht, dass die Show eine direkte Zustimmung des Bischofs erhalten habe. Auf direkte Nachfrage zu diesem Punkt beschränkte sie sich darauf, dass Grögli lediglich informiert worden sei.

Die Vorbereitung des Events habe „mehrere Monate“ gedauert. Gässlein erläuterte, dass es darum gehe, Drag mit „existentiellen, religiösen und spirituellen“ Fragen zu Identität und Lebenssinn zu verbinden.

Nach Ansicht der Seelsorgerin diene Drag in diesem Fall als „Mittel und Katalysator für das Gespräch“ und nicht als Glaubensfrage. Sie vertrat zudem die Auffassung, dass die Kirche mit künstlerischen Ausdrucksformen in Kontakt treten müsse, die Fragen aufwerfen, Konventionen hinterfragen und neue Perspektiven eröffnen können.

„Deep Drag“ könnte fortgesetzt werden

Die Diözese hat zudem bestätigt, dass die Veranstaltung an diesem Freitag nicht notwendigerweise als einmalige Initiative gedacht war. Gässlein wies darauf hin, dass das Treffen bewusst den Auftakt des Formats Deep Drag darstelle und weitere Veranstaltungen „grundsätzlich denkbar oder geplant“ seien.

Ein konkreter Zeitplan liegt derzeit nicht vor. Ob und wie künftige Treffen stattfinden, hänge, so erklärte sie, von den Erfahrungen der ersten Veranstaltung ab. Gleichzeitig betonte Gässlein, dass es nicht darum gehe, eine Serie von Shows zu etablieren.

Das Konzept kombiniert Drag-Auftritte mit Gesprächen über gesellschaftliche, kulturelle und spirituelle Themen. Die erste Ausgabe steht unter dem Motto „Erinnerung und Hoffnung“, mit Lupa Nova und Amelie Putain und findet in der Grabenhalle St. Gallen statt.

Spenden für eine „queere“ Wohnung

Der Eintritt zur Show ist kostenlos; die Organisatoren bitten um Spenden für HAVEN99, ein Projekt, das jungen Erwachsenen, die „sich als transsexuell, nicht-binär oder geschlechtsidentitär fragend identifizieren“, eine temporäre Unterkunft in einer als „queer“ definierten Wohngemeinschaft anbietet.

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