Die mit der traditionellen Liturgie verbundenen Wallfahrten erweitern ihre Präsenz weiter über die großen jährlichen Veranstaltungen wie Paris-Chartres oder Covadonga hinaus. Für 2027 werden neue internationale Routen vorbereitet, die den Besuch einiger der wichtigsten Stätten der Christenheit mit der täglichen Feier der traditionellen Messe, dem gregorianischen Choral, der geistlichen Polyphonie sowie der theologischen und liturgischen Bildung verbinden.
Professor Peter Kwasniewski hat in Rorate Caeli zwei dieser Initiativen vorgestellt, die nach Frankreich und ins Heilige Land führen werden. Der Akademiker weist darauf hin, dass es in den letzten Jahren leichter geworden ist, organisierte Wallfahrten zu finden, bei denen die traditionelle Liturgie fester Bestandteil des Programms ist – etwas, das früher deutlich seltener der Fall war.
Die gotischen Kathedralen Frankreichs
Die erste Wallfahrt findet vom 29. September bis zum 9. Oktober 2027 statt und führt zu einigen der bedeutendsten religiösen Stätten Frankreichs. Unter dem Titel „O Beauty Ever Ancient, Ever New“ widmet sich die Route insbesondere den gotischen Kathedralen, der Theologie, der Liturgie und der geistlichen Musik.
Die Pilger werden die Kathedralen von Paris, Chartres, Beauvais, Amiens und Rouen besuchen sowie Mont-Saint-Michel, Saint-Denis und die Sainte-Chapelle. Das Programm umfasst außerdem Orte, die mit der heiligen Theresia von Lisieux, dem Wundertätigen Medaillon und der heiligen Johanna von Orléans verbunden sind.
Jeden Tag wird eine feierliche Messe nach dem überlieferten römischen Ritus gefeiert, zelebriert von Kanonikus Jean-Baptiste Commins vom Institut Christus König und Hohepriester (ICRSS).
Die Musik wird eine zentrale Rolle spielen. Eine professionelle Männerschola unter der Leitung von Kwasniewski wird während der Feiern gregorianischen Choral und Renaissancemusic interpretieren. Der Professor wird zudem Erläuterungen zur theologischen Bedeutung der Architektur, der Liturgie und der besuchten Orte geben.
Chartres nimmt innerhalb dieser Route eine besonders bedeutende Stellung ein. Seine Kathedrale ist auch das Ziel der großen Pfingstwallfahrt, die von Notre-Dame de Chrétienté organisiert wird und 2026 erneut rund 20.000 Pilger um die traditionelle Messe versammelte.
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Eine traditionelle Wallfahrt ins Heilige Land
Die zweite vorgestellte Initiative führt die Pilger zwischen dem 29. November und dem 9. Dezember 2027 ins Heilige Land.
Die von Regina und St. Charles Catholic Pilgrimages organisierte Reise wird ebenfalls die tägliche Feier der traditionellen Messe beinhalten. Der zuständige Priester wird Pater Pablo Santa Maria sein, und das Programm sieht vor, Gesänge und liturgische Formulare, die speziell mit den Heiligen Stätten verbunden sind, einzubeziehen, sofern die Umstände dies zulassen.
Verantwortlich für die Reise ist John Paul Sonnen, Gründer des Liturgical Arts Journal und Spezialist für liturgisches Erbe und liturgische Kultur. Kwasniewski wird mit theologischen und liturgischen Erläuterungen während der verschiedenen Etappen teilnehmen.
Das Angebot zielt darauf ab, dass der Besuch der Orte, die mit dem Leben, dem Leiden, dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi verbunden sind, nicht auf eine historische Besichtigung beschränkt bleibt, sondern täglich von liturgischer Feier und religiöser Bildung begleitet wird.
Das Wachstum der traditionellen Wallfahrten
Diese Initiativen stehen im Zusammenhang mit einem breiteren Phänomen, das in den letzten Jahren in Europa besonders sichtbar geworden ist. Die Wallfahrt Paris-Chartres stellt ihre massivste Ausprägung dar, doch sind ähnliche Angebote auch in anderen Ländern und Regionen entstanden.
Die Vorbereitung dieser neuen Routen für 2027 zeigt, wie das Modell der Wallfahrt, das um die traditionelle Liturgie, die doktrinäre Bildung und das christliche Erbe herum aufgebaut ist, neue Ausdrucksformen findet – von großen Volksversammlungen bis hin zu internationalen Reisen in kleineren Gruppen.