Mindestens 30 Tote bei einem Angriff auf eine christliche Gemeinde in Nigeria

Mindestens 30 Tote bei einem Angriff auf eine christliche Gemeinde in Nigeria
Foto: Zakari Kontagora

Die Gewalt gegen christliche Gemeinschaften in Nigeria hat erneut Dutzende von Menschenleben gefordert. Mindestens 30 Personen, darunter acht Kinder, starben in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli bei einem bewaffneten Angriff auf das Dorf Naridon im Distrikt Kauru im Süden des Bundesstaates Kaduna. Mehrere Menschen wurden verletzt und zahlreiche Häuser und Geschäfte wurden in Brand gesteckt.

Den ersten Zeugenaussagen aus der Region zufolge brachen die Angreifer in den frühen Morgenstunden ein und eröffneten wahllos das Feuer auf die schlafenden Bewohner. Zu den Opfern zählen ganze Familien, und Überlebende berichten, dass der Angriff mehrere Stunden andauerte.

Die Bischöfe fordern mehr Schutz für Christen

Das Massaker ereignet sich zu einem Zeitpunkt wachsender Besorgnis der Kirche über die Verschlechterung der Sicherheitslage in Nigeria. Am 28. Juli empfing Präsident Bola Ahmed Tinubu in Abuja die Mitglieder der Katholischen Bischofskonferenz von Nigeria (CBCN), denen er ihre Sorge über die Lage der christlichen Gemeinschaften übermittelten und wirksamere Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung forderten.

Im Namen der Bischofskonferenz äußerte der Präsident der CBCN und Erzbischof von Kaduna, Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso, dem Präsidenten die Besorgnis zahlreicher Gläubiger über ihre Situation im Land.

„Herr Präsident, dies ist ein Moment, in dem viele Christen berechtigte Sorgen über ihre Rolle in Nigeria haben, insbesondere im Hinblick auf die Aufgabe des Gleichgewichts zwischen christlicher und muslimischer Präsidentschaft, und wir hoffen, dass diese Sorgen durch gezielte Regierungspolitik berücksichtigt werden und die Christen Zusicherungen über ihre Rechte als Bürger erhalten“, erklärte er.

Die Bischöfe warnten auch davor, dass Terrorismus, Banditentum und Entführungen die Bevölkerung weiterhin bedrohen. Obwohl sie einige Fortschritte im Kampf gegen diese Verbrechen anerkannten, beklagten sie, dass Schulen, Kirchen, Wohnhäuser, landwirtschaftliche Betriebe und Straßen in weiten Teilen des Landes weiterhin unsicher seien.

Zudem forderten sie die Regierung auf, Garantien für freie, faire und transparente Parlamentswahlen im Jahr 2027 zu geben und warnten davor, dass unglaubwürdige Wahlen „eine Einladung zu einer vermeidbaren Katastrophe“ darstellen würden.

Zweifel an der Täterschaft bleiben bestehen

Die nigerianischen Behörden haben das Massaker bisher keinem bewaffneten Gruppierung offiziell zugeschrieben.

Verschiedene internationale christliche Organisationen deuten jedoch auf eine mögliche Beteiligung islamistischer Milizen der Fulani-Ethnie hin, die seit Jahren für zahlreiche Angriffe auf christliche Gemeinschaften im Zentrum und Norden des Landes verantwortlich gemacht werden. Diese Hypothese deckt sich mit den Aussagen mehrerer Bewohner von Naridon, die angeben, unter den Angreifern Mitglieder dieser Gruppen erkannt zu haben.

Tinubu verurteilt das Massaker

Nach Bekanntwerden des Massakers verurteilte Präsident Bola Ahmed Tinubu den Angriff und ordnete den Streitkräften, der Polizei und den Geheimdiensten an, die Verantwortlichen zu ermitteln und die Sicherheit in der Region wiederherzustellen.

Die Behörden des Bundesstaates Kaduna sprachen den Familien der Opfer ebenfalls ihr Beileid aus und kündigten eine Verstärkung der Sicherheitsoperationen an.

Eine sich wiederholende Tragödie

Das Massaker von Naridon stellt ein weiteres Kapitel der Gewalt dar, die seit Jahren die christlichen Gemeinschaften des sogenannten „Middle Belt“ trifft, einer Region, in der islamistischer Terrorismus, Landkonflikte und bewaffnete Gruppen zusammenkommen.

Zu den blutigsten Episoden zählen die Massaker während der Weihnachtsfeiertage 2023 im Bundesstaat Plateau, bei denen fast 200 Menschen ums Leben kamen.

Trotz wiederholter Anzeigen der Kirche und Versprechen der Behörden, die Sicherheit zu verstärken, fordern die Angriffe auf die Zivilbevölkerung weiterhin Dutzende von Menschenleben, darunter zahlreiche Kinder, während Tausende von Christen unter der ständigen Bedrohung einer neuen Massaker leben.

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