Das Presseamt des Heiligen Stuhls hat offiziell die Informationen dementiert, die auf eine angebliche Freisprechung des ehemaligen slowenischen Jesuiten Marko Ivan Rupnik hindeuteten. In einer Mitteilung, die an die akkreditierten Journalisten gesandt und vom Vatikanisten Michael Haynes verbreitet wurde, versichert der Vatikan, dass die Nachrichten über eine Entscheidung des Gerichts „jeder Grundlage entbehren“ und betont, dass das kanonische Verfahren „weiterhin läuft“.
Der Heilige Stuhl erklärt, dass das Richterkollegium weiterhin die von den betroffenen Diözesen, der Gesellschaft Jesu, den beteiligten Parteien und sogar den von der Presse veröffentlichten Materialien vorgelegten Unterlagen prüft. Zudem wird hinzugefügt, dass, solange das Verfahren noch offen ist, keine Informationen über die Untersuchung veröffentlicht werden dürfen – sowohl aus Respekt vor dem Gerichtsverfahren als auch um Schäden für alle beteiligten Personen zu vermeiden. Ebenso wird klargestellt, dass das Gericht, falls es für notwendig erachtet, neue Informationen einzuholen, dies von sich aus tun wird.
Die Mitteilung reagiert auf die in den letzten Tagen erschienenen Informationen zum Stand des kanonischen Verfahrens gegen Rupnik und stellt offiziell klar, dass die Prüfung des Falls weitergeht und dass vom Gericht noch keine Entscheidung getroffen wurde.
Das Presseamt erinnert zudem daran, dass es sich um ein kanonisches Strafverfahren gerichtlicher Natur handelt, das nicht verjährt und das die Schuld oder Unschuld Rupniks gemäß dem Kirchenrecht feststellen muss. Gleichzeitig wird betont, dass der ehemalige Jesuit weiterhin den Gesetzen der Länder unterliegt, in denen die mutmaßlichen Taten begangen wurden, deren Verjährungsfristen unabhängig von der kirchlichen Gerichtsbarkeit sind.
Der Fall gegen Rupnik befindet sich derzeit in den Händen eines Gerichts, das aus fünf unabhängigen Richtern besteht, die weder dem Dikasterium für die Glaubenslehre noch der römischen Kurie angehören. Der Beginn des Verfahrens wurde im vergangenen November von Leo XIV. angekündigt, der um Geduld bat und daran erinnerte, dass „Verfahren zur Herstellung von Gerechtigkeit Zeit brauchen“. Seitdem hat das Dikasterium für die Glaubenslehre ein striktes Schweigen über den Fortgang des Falls bewahrt, bis zu dieser Stellungnahme, mit der offiziell dementiert wird, dass bereits eine Entscheidung des Gerichts vorliegt.