Der Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, Charles Morerod, vertritt die Ansicht, dass „die Kirche stets zum Dialog bereit ist“ mit der FSSPX.

Der Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, Charles Morerod, vertritt die Ansicht, dass „die Kirche stets zum Dialog bereit ist“ mit der FSSPX.
Foto: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Der Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg in der Schweiz, Msgr. Charles Morerod, ist der Ansicht, dass die jüngsten Bischofsweihen der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) jegliche institutionelle Annäherung erschweren, obwohl er betont, dass die Kirche die Möglichkeit des Dialogs offen halten muss.

In einem Gespräch mit cath.ch erklärte der Schweizer Prälat, dass er unter den gegenwärtigen Umständen die Nutzung einer Diözesankirche für eine Feier der Bruderschaft nicht erneut genehmigen würde, wie es 2019 zum 50. Gründungsjubiläum der Fall war.

Ein anderer Kontext als 2019

Am 5. Oktober 2019 fand in der Kirche St. Mauritius in Freiburg (Schweiz) die Feier des 50. Jubiläums der FSSPX statt. Die Genehmigung erteilte Bischof Morerod in einer Situation, in der – wie er nun erklärt – eine Annäherung zwischen der Bruderschaft und dem Heiligen Stuhl noch möglich schien.

Die Pfarrei machte damals deutlich, dass die Überlassung der Kirche weder eine Billigung noch eine Unterstützung der Bruderschaft darstellte, sondern eine Entscheidung im Zeichen des guten Willens war.

„Ich sehe nicht, wie ein ähnliches Gesuch angenommen werden könnte“

Die Lage habe sich, so der Bischof, nach den vier Bischofsweihen verändert, die am 1. Juli in Écône im Schweizer Kanton Wallis ohne päpstlichen Auftrag vollzogen wurden.

„Ich sehe nicht, wie einem solchen Antrag heute stattgegeben werden könnte“, so Morerod. Seiner Meinung nach fanden diese Weihen nach „zahlreichen Warnungen, ausgestreckten Händen und Appellen zum Dialog“ seitens des Vatikans statt und zeigten, dass die Bruderschaft „keine Bereitschaft zu einem Versöhnungsprozess“ habe.

Ein Dialog wie mit anderen Gemeinschaften

Trotzdem hält der Bischof von Lausanne die Möglichkeit von Kontakten mit der Bruderschaft nicht für ausgeschlossen.

„Die Kirche ist stets zum Dialog mit allen bereit“, betont er. In diesem Sinne schlägt er vor, dass in Zukunft mit der FSSPX ein Dialog „ökumenischer“ Art geführt werden könnte, ähnlich dem, den die Kirche mit anderen christlichen Gemeinschaften pflegt, die nicht in voller Gemeinschaft mit Rom stehen.

Morerod fügt hinzu, dass erst der Verlauf eines solchen Dialogs zeigen werde, ob in Zukunft konkrete Vereinbarungen möglich sind, wie 2019 bei der Überlassung der Kirche zur Jubiläumsfeier der Bruderschaft.

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