Spanien hat 347 laufende Selig- und Heiligsprechungsverfahren mit 3.344 Kandidaten für die Altäre.

Spanien hat 347 laufende Selig- und Heiligsprechungsverfahren mit 3.344 Kandidaten für die Altäre.

Die Kirche in Spanien unterhält derzeit 347 Selig- und Heiligsprechungsverfahren, an denen 3.344 Personen beteiligt sind – eine Zahl, die die intensive Arbeit widerspiegelt, die in den spanischen Diözesen geleistet wird, um offiziell Beispiele für Heiligkeit anzuerkennen, die in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten entstanden sind.

Die Daten stammen aus dem Informe Jubileo 2025. Informe sobre las Causas de virtud en España, erstellt vom Büro für Heiligsprechungsverfahren der Spanischen Bischofskonferenz. Die Studie bietet einen Gesamtüberblick über alle in Spanien eröffneten Verfahren und ihren Bearbeitungsstand und stellt damit eine bislang einzigartige Initiative unter den Bischofskonferenzen der Welt dar.

Mehr als dreihundert eröffnete Verfahren

Laut dem Bericht gibt es derzeit 53 Verfahren wegen Martyriums, von denen 48 auf Opfer der religiösen Verfolgung des 20. Jahrhunderts in Spanien entfallen. Hinzu kommen 292 Verfahren wegen heroischer Tugendübung, eines wegen Lebenshingabe und eines im Rahmen einer gleichgestellten Heiligsprechung.

Insgesamt sind 57 spanische Diözesen von den 70 bestehenden beteiligt, was die breite territoriale Verankerung dieser Prozesse verdeutlicht.

Von den derzeit eröffneten Verfahren befinden sich 42 noch in der diözesanen Phase, während viele andere bereits vom Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungen geprüft werden. Bislang wurden 148 Diener Gottes als ehrwürdig anerkannt, nachdem der Dekret über die heroische Tugendübung erlassen wurde.

Bischöfe, Priester, Ordensleute, Familien und Laien

Der Bericht hebt die Vielfalt der in diesen Verfahren vertretenen Berufungen hervor. Unter den Kandidaten für die Altäre finden sich Bischöfe, Diözesanpriester, Diakone, Ordensleute, Seminaristen, Laien, Ehepaare, Väter und Mütter sowie Jugendliche und Kinder.

Ebenso fällt die hohe Zahl von Gründern und Gründerinnen auf, die in den eröffneten Verfahren vertreten sind. Derzeit gibt es 82 Verfahren im Zusammenhang mit Gründern, von denen 71 auf religiöse Institute und 11 auf Säkularinstitute entfallen.

Mehr als 2.400 Selige des 20. Jahrhunderts als Märtyrer

Das Dokument verzeichnet auch die hohe Zahl der in Spanien anerkannten Seligen. Nach den im Jahr 2026 genehmigten Martyriumsdekreten beläuft sich die Gesamtzahl auf 2.449 Selige, von denen 2.404 während der religiösen Verfolgung des 20. Jahrhunderts ermordet wurden.

Die übrigen 45 Seligen stammen aus Verfahren wegen heroischer Tugendübung und umfassen Kardinäle, Bischöfe, Diözesanpriester und Ordensleute, Geweihte und Laien.

Eine „Pastoral der Heiligkeit“

In einem Artikel, der von L’Osservatore Romano veröffentlicht wurde, hebt Kardinal Marcello Semeraro, Präfekt des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungen, den Wert dieser Initiative der Spanischen Bischofskonferenz hervor und stellt sie als Modell vor, das andere Bischofskonferenzen inspirieren könnte.

Der Kardinal erinnert zudem an die jüngsten Worte von Leo XIV., der Spanien als „Wiege großer Heiliger und glühender Missionare“ bezeichnete – eine Tradition, die seiner Ansicht nach in der Kirche weiter Früchte trägt.

Semeraro betont, dass der Bericht nicht nur eine statistische Bestandsaufnahme darstellt, sondern ein pastorales Instrument zur Förderung dessen ist, was die Bischofskonferenz als „Pastoral der Heiligkeit“ bezeichnet und das dazu bestimmt ist, die vom Zweiten Vatikanischen Konzil verkündete allgemeine Berufung zur Heiligkeit in Erinnerung zu rufen.

Das Zeugnis der künftigen Heiligen bekannt machen

Das Büro für Heiligsprechungsverfahren der Spanischen Bischofskonferenz, das vor fünfundzwanzig Jahren gegründet wurde, bereitet neue Initiativen vor, um diese Gestalten den Gläubigen näherzubringen. Dazu gehören die Veröffentlichung eines monografischen Bandes in der Sammlung Biblioteca de Autores Cristianos (BAC) sowie die Einrichtung eines Webportals, das der Verbreitung der Selig- und Heiligsprechungsverfahren in den verschiedenen Partikularkirchen Spaniens dient.

Semeraro macht sich die Worte der Leiterin des Büros, Lourdes Grosso García, zu eigen, die betont, dass die Veröffentlichung des Berichts „kein Endpunkt, sondern ein Ausgangspunkt“ sei. Ziel sei es, dass das Leben und das Zeugnis dieser Männer und Frauen immer bekannter werden und den Gläubigen helfen, zu entdecken, dass die Heiligkeit weiterhin eine vollständig aktuelle Berufung darstellt.

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