Die Restaurierung der Kathedrale Notre-Dame de Paris tritt in ihre letzte große Phase ein. Die mit dem Wiederaufbau des Gotteshauses betraute öffentliche Einrichtung hat ein neues Bauvorhaben angekündigt, das zwischen 2027 und 2033 umgesetzt werden soll und den endgültigen Abschluss der Wiederherstellung des Denkmals nach dem verheerenden Brand von 2019 ermöglichen wird.
Laut Tribune Chrétienne wird diese neue Phase Kosten in Höhe von 150 Millionen Euro verursachen, von denen etwa 20 Millionen bereits zur Verfügung stehen. Die Projektverantwortlichen haben einen neuen Aufruf an Mäzene und Spender gerichtet, um die verbleibenden 130 Millionen Euro zusammenzubringen.
Die Restaurierung der großen Glasfenster und weiterer historischer Elemente
Wie Philippe Jost, Präsident der öffentlichen Einrichtung Rebâtir Notre-Dame de Paris, erläuterte, geht es darum, die Restaurierung jener Elemente abzuschließen, die während der Arbeiten, die die Wiedereröffnung der Kathedrale für den Gottesdienst im Dezember 2024 ermöglichten, nicht angegangen werden konnten.
Zu den wichtigsten Maßnahmen zählt die vollständige Restaurierung der großen Westrosette, eines der Juwelen des 13. Jahrhunderts, die seit der von Eugène Viollet-le-Duc im 19. Jahrhundert geleiteten Restaurierung keiner vollständigen Instandsetzung unterzogen wurde.
Das Programm umfasst außerdem die Wiederherstellung der Fassaden des nördlichen Querschiffs, mehrerer mittelalterlicher Skulpturen und weiterer architektonischer Elemente, die besonders vom Zahn der Zeit gezeichnet sind.
Über den Wiederaufbau nach dem Brand hinaus
Die Wiedereröffnung von Notre-Dame im Dezember 2024 markierte einen Meilenstein, indem sie die Kathedrale dem Gottesdienst und den Millionen von Pilgern und Besuchern zurückgab, die jedes Jahr in das Gotteshaus strömen. Dennoch bedeutete diese Phase nicht das Ende der Bauarbeiten.
Die Verantwortlichen erinnern daran, dass viele Teile des Gebäudes bereits vor dem Brand vom 15. April 2019 erheblichen Erhaltungsbedarf aufwiesen. Daher beschränkt sich diese neue Kampagne nicht auf die Behebung der durch das Feuer verursachten Schäden, sondern ermöglicht auch die Restaurierung historischer Elemente, deren Instandsetzung bislang aufgeschoben war.
Ein neuer Aufruf zur Großzügigkeit
Der Erfolg der ersten internationalen Spendenkampagne ermöglichte die Finanzierung des Wiederaufbaus der Kathedrale und die Erreichung des Ziels, das Gotteshaus innerhalb von fünf Jahren wieder zu öffnen.
Nun vertraut die zuständige Einrichtung darauf, dass Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen das Projekt erneut unterstützen, um die 130 Millionen Euro aufzubringen, die für den endgültigen Abschluss der Restaurierung erforderlich sind.
Über ihren außergewöhnlichen künstlerischen und kulturellen Wert hinaus bleibt Notre-Dame eine lebendige Kathedrale, in der täglich die Heilige Messe, das Stundengebet und weitere religiöse Feiern stattfinden. Mit dieser letzten Bauphase strebt Frankreich an, die Erhaltung eines der wichtigsten Symbole des europäischen Christentums für künftige Generationen zu sichern.
Dieses neue Restaurierungsprogramm ändert vorerst nichts an dem umstrittenen Projekt, das Präsident Emmanuel Macron vorangetrieben hat und das den Ersatz von sechs im 19. Jahrhundert von Eugène Viollet-le-Duc entworfenen Glasfenstern durch zeitgenössische Fenster der Künstlerin Claire Tabouret vorsieht. Die Initiative ist weiterhin Gegenstand mehrerer von Denkmalpflegeverbänden eingereichter Gerichtsverfahren, die der Ansicht sind, dass die bestehenden Scheiben den Brand von 2019 unversehrt überstanden haben und nicht ersetzt werden sollten.