Eine Fotografie aus dem Jahr 1923 hat es der Pfarrei Santiago Apóstol in Lorca ermöglicht, ein verlorenes Element ihres historischen Erbes zurückzugewinnen. Mehr als ein Jahrhundert später ziert der Hochaltar wieder die Bilder von Sankt Petrus und Sankt Paulus, die ursprünglich den Altaraufsatz flankierten und nach dem Bürgerkrieg verloren gingen.
Wie die Diözese Cartagena mitteilte, segnete der Bischof von Cartagena, Monsignore José Manuel Lorca Planes, am vergangenen Samstag die neuen, in polychromem Holz gefertigten Figuren aus der Werkstatt Arte Martínez in Horche (Guadalajara) – derselben Werkstatt, die nach den Erdbeben von 2011 auch den Hochaltar der Kirche ausführte. Diesen Altar hatte der Bischof selbst im Rahmen des Wiederaufbaus der Kirche entworfen.
Ein historisches Bild ermöglichte die Rekonstruktion
Die Initiative entstand nach dem Fund einer Fotografie aus dem Jahr 1923, auf der der Hochaltar mit den Originalskulpturen der beiden Apostel zu sehen war, die während der religiösen Verfolgung des 20. Jahrhunderts verschwanden.
„Wir fanden eine Fotografie von 1923, vor dem Bürgerkrieg, auf der im Hochaltar Bilder von Sankt Petrus und Sankt Paulus zu sehen waren, die danach nicht erhalten blieben. Deshalb habe ich dies mit dem Pastoralrat besprochen und wir beschlossen, beide Figuren in polychromem Holz anfertigen zu lassen“, erklärte der Pfarrer José Manuel Martínez Rosique.
Dank dieses Bilddokuments konnte die Pfarrei dem Hochaltar eine Komposition zurückgeben, die jahrzehntelang Teil der Geschichte der Kirche war.
Ein neuer Schritt bei der Wiederherstellung der Kirche
Die Segnung versammelte die verschiedenen pastoralen Gruppen der Pfarrei und fand am Vorabend des Hochfestes der Heiligen Petrus und Paulus statt.
Während der Feier dankte Monsignore Lorca Planes dem Pastoralrat und der gesamten Pfarrgemeinde für den Einsatz bei der Rückgewinnung des kirchlichen Erbes. Der Bischof hob zudem die Gestalt des Papstes anlässlich des Festes der beiden Apostel hervor.
Der Pfarrer bezeichnete die Zeremonie als „eine sehr schöne, sehr pfarrliche und familiäre Feier“ und betonte, dass die Wiederherstellung der Kirche dank des anhaltenden Engagements der Gläubigen seit den Erdbeben von 2011 möglich gewesen sei.
„Schritt für Schritt hat sich die Pfarrei von den Erdbeben des Jahres 2011 erholt, dank der großartigen Arbeit, die vonseiten der Gläubigen geleistet wurde“, erklärte er.
Mit der Aufstellung der neuen Figuren gewinnt der Hochaltar ein vor Jahrzehnten verlorenes Element zurück und macht einen weiteren Schritt zur Wiederherstellung des historischen und künstlerischen Erbes einer der bedeutendsten Pfarreien Lorcas.