Papst Leo XIV hat diesen Donnerstag den Kardinal Carlos Aguiar Retes, Primas-Erzbischof von Mexiko, in einer Privataudienz empfangen, wie der offizielle Terminkalender des Presseamts des Heiligen Stuhls bekanntgab. Der Vatikan hat keine Angaben zum Inhalt des Treffens gemacht, doch die Begegnung findet in einem besonders heiklen Moment für die mexikanische Kirche statt, inmitten einer Krise um die Basilika von Guadalupe und während die Annahme des vom Kardinal mit Erreichen des kanonischen Alters eingereichten Rücktritts noch aussteht.
Die Audienz zählt zu den Treffen, die der Heilige Vater mit verschiedenen kirchlichen Verantwortungsträgern abgehalten hat, darunter dem Präfekten des Dikasteriums für die Glaubenslehre, Kardinal Víctor Manuel Fernández; dem Präsidium des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE); dem Präsidium der Französischen Bischofskonferenz; dem Großmeister des Malteserordens, Bruder John Timothy Dunlap; sowie dem Apostolischen Nuntius in der Ukraine, Erzbischof Visvaldas Kulbokas.
Eine weiterhin offene Krise
Das Treffen zwischen Leo XIV. und Kardinal Aguiar gewinnt besonderes Interesse, da es nur wenige Tage nach der Krise um die Basilika von Guadalupe stattfindet, einem Vorfall, der die Spannungen innerhalb der mexikanischen Primatial-Erzdiözese deutlich machte.
Die Ereignisse rund um das wichtigste marianische Heiligtum Hispanoamerikas lösten eine starke Erschütterung unter Gläubigen und Priestern aus und führten zu einer Reihe von Entscheidungen, Korrekturen und Verlautbarungen, die ein Klima der Unsicherheit in der Leitung der Erzdiözese offenbarten.
Der Vorfall ist bei weitem nicht vollständig gelöst und wirkt weiter auf das kirchliche Leben in Mexiko nach; er hat die Debatte über die Notwendigkeit eines Wechsels auf dem Bischofsstuhl erneut entfacht.
Aguiars Rücktritt bleibt unbeantwortet
Zu dieser Lage kommt ein weiteres Element hinzu, das die Erwartungen an die unmittelbare Zukunft der Erzdiözese Mexiko offen hält.
Carlos Aguiar Retes hat seinen Rücktritt mit Vollendung des 75. Lebensjahres eingereicht, wie es der Kanon 401 §1 des Codex des Kanonischen Rechts vorsieht. Der Heilige Stuhl hat jedoch bislang nicht mitgeteilt, ob Leo XIV. diesen angenommen hat oder es für angebracht hält, den Kardinal noch länger an der Spitze der Erzdiözese zu belassen.
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Der künftige Hirte der Kirche in Mexiko wird voraussichtlich die Richtung einer Erzdiözese bestimmen, die für weite Teile des hispanoamerikanischen Katholizismus eine Vorbildfunktion einnimmt.
Eine Audienz ohne offizielle Erklärungen
Wie bei Privataudienzen des Papstes üblich, hat der Heilige Stuhl keine Informationen über die behandelten Themen bekanntgegeben.
Dennoch findet das Treffen in einem besonders bedeutsamen Kontext statt. Die Lage der mexikanischen Primatial-Erzdiözese bleibt eines der pastoral wichtigsten Themen Hispanoamerikas. Auch wenn die Audienz dieses Donnerstags keine Rückschlüsse auf eine unmittelbar bevorstehende Entscheidung zulässt, bestätigt sie doch, dass der Papst den direkten Kontakt zu Kardinal Aguiar aufrechterhält, während sowohl die Frage seiner Nachfolge als auch die Notwendigkeit, der Leitung einer Erzdiözese, die eine der schwierigsten Phasen der letzten Jahre durchlebt, wieder Stabilität zu verleihen, weiterhin offen sind.