Die chilenische Kirche begeht in diesem Jahr das hundertjährige Jubiläum der Krönung der Jungfrau vom Karmel zur Königin und Mutter Chiles, ein Ereignis, das dazu einlädt, die Rolle dieser marianischen Verehrung in der religiösen und nationalen Geschichte des Landes seit dem 19. Jahrhundert neu zu entdecken.
Anlässlich der Feier haben die chilenischen Bischöfe die Gläubigen ermutigt, ihre Verehrung der Schutzpatronin Chiles zu erneuern und die Herausforderungen, denen sich die Nation derzeit gegenübersieht, unter ihren Schutz zu stellen. Der Erzbischof von Concepción, Msgr. Sergio Pérez de Arce, erinnerte daran, dass die Krönung des Bildnisses am 19. Dezember 1926 auf Anordnung von Papst Pius XI. erfolgte.
Eine Verehrung, die mit der Geschichte Chiles verbunden ist
Die Jungfrau vom Karmel nimmt einen besonderen Platz in der chilenischen Geschichte ein. Ihre Schutzherrschaft ist eng mit dem Unabhängigkeitsprozess und der Festigung der nationalen Identität verbunden und wurde zu einem der tief verwurzelten Ausdrücke der Volksreligiosität des Landes.
Bei der Erinnerung an das hundertjährige Jubiläum der kanonischen Krönung haben die chilenischen Bischöfe hervorgehoben, dass diese Feier nicht nur als historische Gedenkfeier verstanden werden sollte, sondern als Gelegenheit, den Glauben und das christliche Leben zu stärken.
Msgr. Pérez de Arce betonte, dass Maria nicht deshalb Königin ist, weil sie herrscht, sondern weil sie ihre Kinder durch die Liebe zu Christus führt, und erinnerte daran, dass der wahre Sinn der marianischen Verehrung gerade darin besteht, die Gläubigen Jesus Christus näher zu bringen.
Ein Aufruf zum Gebet für die Herausforderungen des Landes
Der chilenische Prälat nutzte die Gelegenheit auch, um der Jungfrau vom Karmel einige der wichtigsten Sorgen anzuvertrauen, die die chilenische Gesellschaft derzeit durchlebt.
Dazu zählte er die demografische Krise, die sich in der niedrigen Geburtenrate widerspiegelt, den Verfall des politischen Zusammenlebens, Gewalt und Kriminalität, die Situation der Migranten, wirtschaftliche Schwierigkeiten und den fortschreitenden Verlust des Gottesbewusstseins in weiten Teilen der Gesellschaft.
Der Hinweis ist besonders bedeutsam in einem Kontext, in dem Chile eine beschleunigte Säkularisierung und eine wachsende Distanz zu traditionellen religiösen Praktiken erfährt.
Ablässe und Feiern während des Jubiläumsjahres
Die Hundertjahrfeier wird von zahlreichen liturgischen Feiern in verschiedenen Diözesen des Landes begleitet. Darüber hinaus können die Gläubigen unter den von der Kirche festgelegten Bedingungen einen vollkommenen Ablass erlangen: sakramentale Beichte, eucharistische Kommunion, Gebet für die Anliegen des Papstes und fromme Handlungen zu Ehren der Allerseligsten Jungfrau.
Die Initiative soll die spirituelle Dimension der Feier stärken und an die Rolle erinnern, die die Jungfrau vom Karmel über Generationen hinweg im religiösen Leben Chiles gespielt hat.
Zum Abschluss seiner Botschaft äußerte Msgr. Pérez de Arce den Wunsch, dass das Jubiläum dazu beitragen möge, den Glauben der Katholiken zu stärken und das Vertrauen der Nation in den mütterlichen Schutz Mariens zu erneuern.
„Jungfrau vom Karmel, Königin von Chile, rette dein Volk, das zu dir ruft“, schloss der Erzbischof.