Die Kiewer Mariä-Entschlafens-Kathedrale verlor nach einem Angriff mehr als 80 % ihrer Bedachung.

Die Kiewer Mariä-Entschlafens-Kathedrale verlor nach einem Angriff mehr als 80 % ihrer Bedachung.

Die Kathedrale der Entschlafung, gelegen im historischen Höhlenkloster von Kiew, verlor mehr als 80 % ihrer Bedachung infolge eines Angriffs in der Nacht des vergangenen Wochenendes. Die für den Komplex zuständigen Behörden schätzen, dass die vollständige Restaurierung mindestens zwei Jahre Arbeit erfordern wird und dass die Schäden bereits 500 Millionen Griwna, etwa 9,6 Millionen Euro, übersteigen.

Laut der deutschen katholischen Agentur KNA berichtete der Direktor der Nationalen Reservatsverwaltung, die das Kloster betreut, Maxim Ostapenko, dass der nach dem Einschlag ausgebrochene Brand die Hauptkathedrale des Klosterkomplexes schwer beschädigte, obwohl die Notfallteams verhindern konnten, dass sich die Flammen ins Innere der Kirche ausbreiteten.

Die Restaurierung wird sich über mehrere Jahre hinziehen

Ostapenko erläuterte, dass der Wiederaufbau mindestens zwei Jahre spezialisierter Arbeiten erfordern wird. Die Arbeiten müssen sich vor allem auf die Restaurierung der Kuppeln und der Bedachung der Kathedrale der Entschlafung konzentrieren, die am stärksten vom Brand betroffen sind.

Der Verantwortliche des Komplexes betonte, dass das schnelle Eingreifen der Notfalldienste verhinderte, dass das Feuer das Innere der Kirche erreichte, und die Schäden somit auf die Außenstrukturen beschränkt blieben.

Neunzehn Gebäude wurden beschädigt

Neben der Hauptkathedrale erlitten weitere achtzehn Gebäude des Höhlenklosters Schäden durch den Angriff. Zu den am stärksten betroffenen Strukturen zählt auch einer der historischen Wehrtürme der Anlage.

Erste Schätzungen beziffern die wirtschaftlichen Verluste auf über 500 Millionen Griwna, was etwa 9,6 Millionen Euro entspricht. Die Behörden bewerten weiterhin das gesamte Ausmaß der Schäden.

Seit Sonntag bleibt das Kloster aus Sicherheitsgründen für Pilger und Besucher geschlossen. Dennoch hofft die Leitung der Nationalen Reservatsverwaltung, dass die öffentlichen Gottesdienste in der Kathedrale der Entschlafung innerhalb einiger Monate wieder aufgenommen werden können, sobald eine provisorische Bedachung installiert ist.

Ein Kloster mit fast tausendjähriger Geschichte

Das 1051 gegründete Höhlenkloster von Kiew zählt zu den bedeutendsten religiösen Zentren der slawisch-orthodoxen Tradition. Seit 1990 gehört es zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Der auch als Kiewer Höhlenlaura bekannte Komplex besteht aus Kirchen, Klostergebäuden und einem ausgedehnten Höhlensystem, das über Jahrhunderte Pilger aus verschiedenen Regionen Osteuropas angezogen hat.

Internationale Reaktionen

Der Angriff löste Reaktionen verschiedener religiöser und kultureller Institutionen aus. Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel verurteilte die Schäden am Kloster und bekundete seine Unterstützung für die Orthodoxe Kirche der Ukraine.

Die Deutsche UNESCO-Kommission erinnerte daran, dass der Klosterkomplex durch die Haager Konvention von 1954 zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten geschützt ist, ein Vertrag, den sowohl die Ukraine als auch Russland ratifiziert haben.

Auch die UNESCO selbst verurteilte die Schäden an der Kathedrale der Entschlafung und stellte fest, dass der Angriff eines der auf der Welterbeliste eingetragenen Objekte betroffen hat.

Schäden an einem der wichtigsten religiösen Denkmäler der Ukraine

Die ukrainischen Behörden arbeiten nun an der Stabilisierung der betroffenen Strukturen und an der Erstellung eines Restaurierungsplans, der eine schrittweise Wiederherstellung des normalen Betriebs des Komplexes ermöglichen soll.

Während die Bewertungs- und Reparaturarbeiten voranschreiten, bleibt das Höhlenkloster von Kiew für die Öffentlichkeit geschlossen, doch seine Verantwortlichen vertrauen darauf, dass die liturgischen Feiern in den kommenden Monaten teilweise wieder aufgenommen werden können.

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