Die Augustinische Familie in Spanien erlebte diesen Sonntag einen der bedeutendsten Momente des Besuchs von Papst Leo XIV. im Land, als sie sich mit dem Heiligen Vater in der Apostolischen Nuntiatur in Madrid traf. Während der Begegnung hob der Papst den Wert der Gemeinschaft unter den Augustinerinnen und Augustinern hervor und betonte die Bedeutung, den jungen Menschen ein Zeugnis zu geben, das auf ihre spirituellen Fragen antwortet.
Laut Agustinos con el Papa versammelte das Treffen mehr als zweihundert Ordensleute der Provinz San Juan de Sahagún sowie Vertreter der verschiedenen Zweige der augustinischen Familie in Spanien, darunter kontemplative Ordensfrauen, Augustiner-Rekollekten und verschiedene mit der Spiritualität des heiligen Augustinus verbundene Frauenkongregationen.
Ein Treffen, auf das die Augustinische Familie besonders gewartet hatte
Die Begegnung fand in der Apostolischen Nuntiatur statt, nachdem zuvor ein gemeinsamer Tag im Colegio Valdeluz in Madrid verbracht worden war. Von dort aus fuhren die Teilnehmenden mit mehreren Bussen zum Papst.
Unter den Anwesenden war auch der Erzbischof von Madrid, Kardinal José Cobo, der die Augustinische Familie bei diesem Treffen mit dem Heiligen Vater begleitete.
Der Besuch hatte für die anwesenden Ordensleute eine besondere Bedeutung, da Leo XIV. selbst der Augustiner-Orden angehört und stets eine enge Verbindung zur augustinischen Spiritualität pflegte, die seine religiöse und priesterliche Ausbildung geprägt hat.
Die Einheit als Antwort auf die heutige Welt
Die Veranstaltung begann mit der Begrüßung durch den Provinzialoberen, anschließend ergriff der Papst das Wort.
Leo XIV. dankte für die Gelegenheit, diesen Moment mit seinen Mitbrüdern und Mitschwestern aus der Ordensfamilie zu teilen, und betonte, dass Gemeinschaft und Einheit des Herzens ein besonders notwendiges Zeugnis in der heutigen Zeit darstellen.
Diese Erfahrung der Brüderlichkeit könne, so erklärte er, zu einer Botschaft werden, die eine von Spaltungen und Individualismus geprägte Gesellschaft erreicht.
Der Papst wies zudem darauf hin, dass dieses Zeugnis besonders an die jungen Generationen weitergegeben werden müsse.
Ein Aufruf, junge Menschen zu begleiten
In seiner Ansprache sprach Leo XIV. auch die zahlreichen jungen Menschen an, die am Vortag an der Begegnung auf der Plaza de Lima in Madrid teilgenommen hatten.
Der Papst erinnerte daran, dass viele von ihnen tiefe Fragen nach dem Sinn des Lebens, dem Glauben und ihrer Zukunft gestellt hätten und damit eine spirituelle Suche zeigten, die die Kirche unmittelbar herausfordert.
Deshalb ermutigte er die Augustinerinnen und Augustiner, die jungen Menschen weiterhin zu begleiten und ihnen Räume anzubieten, in denen sie authentische Antworten auf ihre Fragen finden und den Reichtum der Begegnung mit Christus entdecken können.
Der Wert des kontemplativen Lebens
Leo XIV. richtete auch anerkennende Worte an die anwesenden kontemplativen Ordensfrauen.
Mit Blick auf die Augustinerinnen in Klausur hob er die Bedeutung einer Berufung hervor, die der Welt die Notwendigkeit von Stille, Gebet und Innerlichkeit in Erinnerung ruft.
Die heutige Gesellschaft laufe Gefahr, die Fähigkeit zu verlieren, in das eigene Herz einzukehren und auf die Stimme Gottes zu hören, so der Papst; deshalb sei das kontemplative Leben ein besonders wertvolles Zeugnis für die Kirche und die Welt.
Zugleich betonte er, dass die kontemplative Dimension unerlässlich sei, um der apostolischen und sozialen Tätigkeit der verschiedenen Zweige der Augustinischen Familie Sinn und Tiefe zu verleihen.
Gebet und Schlusssegen
Vor dem Ende der Begegnung lud Leo XIV. alle Anwesenden ein, gemeinsam das Vaterunser zu beten.
Anschließend begrüßte er die Teilnehmenden persönlich und erteilte ihnen den Apostolischen Segen, womit eine Begegnung endete, die von Nähe und Brüderlichkeit zwischen dem Papst und der Augustinischen Familie in Spanien geprägt war.
Für viele der Anwesenden stellte das Treffen einen der bewegendsten Momente des Besuchs von Leo XIV. dar, insbesondere wegen der Möglichkeit, einige Stunden mit dem ersten Papst aus dem Augustinerorden in der jüngeren Kirchengeschichte zu verbringen.