Erste Lesung
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an Timotheus
2 Timotheus 4, 1-8
Lieber Bruder: Vor Gott und Christus Jesus, der kommen wird, um die Lebenden und die Toten zu richten, bitte ich dich inständig, bei seinem Erscheinen und bei seinem Reich: Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob es gelegen ist oder nicht; überführe, weise zurecht, ermahne mit aller Geduld und Weisheit.
Denn es wird eine Zeit kommen, in der die Menschen die gesunde Lehre nicht mehr ertragen, sondern sich nach ihren eigenen Begierden Lehrer suchen, die ihnen nach dem Mund reden; sie werden ihr Ohr von der Wahrheit abwenden und sich den Mythen zuwenden.
Du aber bleibe nüchtern in allem, ertrage das Leiden, tue das Werk eines Evangelisten und erfülle deinen Dienst ganz und gar.
Was mich betrifft, so wird mein Blut schon vergossen, und die Zeit meiner Auflösung ist nahe. Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Nun liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird – und nicht nur mir, sondern allen, die seine Erscheinung in Liebe erwarten.
Evangelium
Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Markus
Markus 12, 38-44
In jener Zeit lehrte Jesus die Menge und sagte: „Hütet euch vor den Schriftgelehrten! Sie gehen gern in langen Gewändern umher und lassen sich auf den Straßen grüßen; sie suchen die Ehrenplätze in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Gastmählern; sie verschlingen das Vermögen der Witwen und beten zum Schein lange Gebete. Diese werden ein umso strengeres Urteil erhalten.“
Jesus saß dem Opferkasten des Tempels gegenüber und sah zu, wie die Leute Geld einlegten. Viele Reiche gaben viel. Da kam eine arme Witwe und legte zwei kleine Münzen ein, die nur wenig wert waren. Da rief er seine Jünger zu sich und sagte: „Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr eingezahlt als alle anderen. Denn alle haben von ihrem Überfluss gegeben; diese aber hat aus ihrer Armut alles gegeben, was sie zum Leben hatte.“