Papst Leo XIV verteidigte am Montag das Modell der geschlechtsspezifischen Erziehung von Jungen und Mädchen während einer Audienz, die er den Mitgliedern der Italienischen Vereinigung der Katholischen Führer und Pfadfinder Europas (AGESCI) anlässlich des 50. Jubiläums der Organisation gewährte. Der Pontifex lobte die pädagogische Entscheidung der Vereinigung, die männlichen und weiblichen Sektionen getrennt zu organisieren, und erklärte, dass diese Methode die ganzheitliche Entwicklung der Jugendlichen fördere und ihnen helfe, ihre eigene Identität besser zu verstehen.
Während der Begegnung im Auditorio Paul VI. hob der Heilige Vater hervor, dass das Bildungsangebot der katholischen Pfadfinderbewegung weiterhin ein wirksames Instrument sei, um Kinder und Jugendliche auf ihrer Begegnung mit Christus und ihrem menschlichen und geistlichen Wachstum zu begleiten.
Eine spezifische Aufmerksamkeit für Jungen und Mädchen
Einer der bedeutendsten Abschnitte der Ansprache war der ausdrückliche Verweis auf die geschlechtsspezifische Erziehung, ein charakteristisches Merkmal der europäischen katholischen Pfadfinderbewegung.
„Die pädagogische Entscheidung eurer Vereinigung äußert sich in diesem Sinne darin, in getrennten männlichen und weiblichen Sektionen zu erziehen, um den Jungen und Mädchen eine spezifische Aufmerksamkeit zu widmen“, erklärte Leo XIV.
Der Papst betonte, dass dieses Bildungsmodell eine bessere Begleitung der Entwicklung jeder Person ermögliche und ein tieferes Verständnis der eigenen Identität fördere. „Auf diese Weise die grundlegenden Merkmale des Frau- und des Mannseins zu erforschen, ist eine propädeutische Dynamik für die authentische und bewusste Begegnung mit dem anderen, die die gegenseitige Reifung fördern kann“, erläuterte er.
Für Leo XIV bleibt die Bildung „guter Christen und guter Bürger“ eines der großen Ziele der Pfadfindermethode, die das harmonische Wachstum der Person durch Bildung, Verantwortung und Dienst sucht.
Das Evangelium als Leitfaden für das Leben
Der Pontifex ermutigte auch die Jugendlichen und ihre Verantwortlichen, eine ständige Beziehung zum Wort Gottes zu pflegen. In Erinnerung an eine Lehre von Papst Franziskus lud er die Pfadfinder ein, das Evangelium stets als grundlegende Orientierung für ihre Entscheidungen mit sich zu führen.
„Das Evangelium ist viel mehr als ein Buch: Es ist die Person Christi selbst, gute Nachricht für eine Menschheit, die von so vielen Übeln verwirrt, getäuscht und enttäuscht ist“, erklärte er.
Besonders an die Pfadfinderführer gewandt, hob Leo XIV die Bedeutung des persönlichen Zeugnisses und der Lebenskonsequenz hervor. Die Jugendlichen fänden in ihren Erziehern konkrete Beispiele, die ihnen helfen, im Glauben zu wachsen und die Berufung zu erkennen, zu der Gott sie rufe, so betonte er.
Die Natur als Schule Gottes
Der Papst erinnerte außerdem an die Bedeutung des Kontakts mit der Natur innerhalb der Pfadfindermethode. Das Leben im Freien, erklärte er, ermögliche es, die Güte Gottes durch die Schöpfung zu entdecken und fördere eine ganzheitliche Erziehung, die für das Staunen und die Kontemplation offen sei.
Zugleich ermutigte er dazu, diese Erfahrung durch das Studium der Heiligen Schrift zu ergänzen, die dem Christen den tiefen Sinn der Geschichte vermittle und ihn in den Schwierigkeiten des Weges stärke.
Ein Europa, geeint durch den christlichen Humanismus
In einem weiteren Moment seiner Ansprache lobte Leo XIV die europäische Dimension, die von der Pfadfindervereinigung gepflegt werde, präzisierte jedoch, dass diese nicht politisch, sondern kulturell und spirituell verstanden werden müsse.
„Ich schätze auch eure Entscheidung, als Vereinigung die europäische Dimension zu pflegen, nicht auf politischer Ebene, sondern auf kultureller, indem ihr das Engagement erneuert, ein Europa der Völker und nicht nur der Geschäfte aufzubauen, geeint durch die höchsten Werte des christlichen Humanismus“, erklärte er.
Mit diesen Worten ermutigte der Pontifex die neuen Generationen, zum Aufbau einer Gesellschaft beizutragen, die von der Würde der Person, der Solidarität und den christlichen Wurzeln, die die Geschichte des Kontinents geprägt haben, inspiriert ist.
Der Dienst, Herz der Pfadfinderei
Leo XIV schloss mit der Erinnerung daran, dass der Dienst den Kern der von Baden-Powell entwickelten Methode und einen der bevorzugten Wege zur Bildung der Jugendlichen darstelle.
„Dienen bedeutet, die eigenen Fähigkeiten und die eigene Zeit uneigennützig und ohne Gegenleistung zur Verfügung zu stellen“, erklärte er. Aus dem Glauben heraus gelebt, helfe der Dienst, den Egoismus zu überwinden, stärke das Verantwortungsbewusstsein und öffne für die Erfahrung der Gemeinschaft.
Bevor er den Apostolischen Segen erteilte, empfahl der Papst die Pfadfinder und ihre Familien dem Schutz der Jungfrau Maria und bat den Heiligen Geist, unter ihnen die Gaben der Nächstenliebe, der Gastfreundschaft und des Friedens zu mehren.