Ein italienischer Priester, der des Missbrauchs eines Minderjährigen angeklagt ist, behauptet, er habe ein „Reinigungsritual“ durchgeführt.

Ein italienischer Priester, der des Missbrauchs eines Minderjährigen angeklagt ist, behauptet, er habe ein „Reinigungsritual“ durchgeführt.

Ein 69-jähriger Priester der italienischen Diözese Ugento-Santa Maria di Leuca wurde unter Hausarrest gestellt. Ihm wird vorgeworfen, mehrfach mutmaßliche Missbrauchshandlungen an einem Minderjährigen in seiner Pfarrei begangen zu haben. Die untersuchten Vorfälle sollen sich zwischen November und Mai ereignet haben und laut Anklage während Beichten und seelsorgerischen Gesprächen stattgefunden haben.

Wie die italienische Tageszeitung Il Giornale berichtet, wurde die Maßnahme vom Ermittlungsrichter Francesco Valente aus Lecce auf Antrag der Staatsanwaltschaft angeordnet. Diese ermittelt wegen drei mutmaßlicher Vorfälle, die sich im Inneren der Kirche ereignet haben sollen, in der der Priester tätig war.

Die gerichtliche Entscheidung sieht zudem die Verpflichtung vor, während der laufenden Ermittlungen ein elektronisches Überwachungsgerät zu tragen.

Die Anzeige erfolgte durch die Mutter des Minderjährigen

Die Ermittlungen begannen nach einer Anzeige der Mutter des mutmaßlichen Opfers.

Den in Italien veröffentlichten Informationen zufolge soll der Minderjährige seiner Mutter eine Reihe unangemessener Verhaltensweisen des Priesters während der Beichten geschildert haben. Aufgrund dieser Aussage leiteten die Ermittler die Ermittlungen ein, die schließlich zur Anordnung der Untersuchungshaft gegen den Geistlichen führten.

Die untersuchten Vorfälle sollen stets im Rahmen seelsorgerischer Begegnungen oder während der Feier des Bußsakraments stattgefunden haben.

Die Staatsanwaltschaft von Lecce sieht ausreichend schwerwiegende Anhaltspunkte, um die angeordnete Maßnahme zu rechtfertigen, während die Ermittlungen fortgesetzt werden.

Der Priester weist die Vorwürfe zurück

Bei seiner Vernehmung vor dem Richter bestritt der Priester die Missbrauchsvorwürfe und wies die von der Anklage vertretene Darstellung der Ereignisse zurück.

Seinen Angaben zufolge sollen die untersuchten Kontakte Teil eines von ihm als „Reinigungsritual“ bezeichneten Vorgangs gewesen sein, den der Minderjährige selbst gewünscht habe.

Der Geistliche erklärte, der Jugendliche habe ihm mitgeteilt, sich „vom Teufel besessen“ zu fühlen, und die durchgeführten Handlungen hätten diesem spirituellen Kontext entsprochen.

Diese Erklärung wurde in die Ermittlungen aufgenommen; es obliegt nun den Richtern, ihre Glaubwürdigkeit zu prüfen und aufzuklären, was sich bei den Treffen zwischen beiden tatsächlich ereignet hat.

Die Ermittlungen dauern an

Die Staatsanwaltschaft von Lecce sammelt weiterhin Beweise, um die angezeigten Vorfälle genau zu rekonstruieren.

Die Ermittler werten die Aussagen des mutmaßlichen Opfers sowie die in den letzten Monaten zusammengetragenen Unterlagen aus. Zudem wird nicht ausgeschlossen, weitere Personen zu vernehmen, die relevante Informationen zur Aufklärung des Falls beitragen könnten.

Hilf Infovaticana, weiter zu informieren