Papst Leo XIV. hat beschlossen, direkt in die Stiftung „Casa Sollievo della Sofferenza“ einzugreifen, das große Krankenhauswerk, das der heilige Pio von Pietrelcina in San Giovanni Rotondo gegründet hat, indem er eine außerordentliche Kommission mit weitreichenden Befugnissen zur Aufsicht, Verwaltung und Kontrolle einsetzt.
Die Entscheidung wurde am 27. Mai durch ein päpstliches Handschreiben veröffentlicht, das vom Presseamt des Heiligen Stuhls verbreitet wurde. Darin begründet der Papst die Maßnahme mit der Notwendigkeit, die wirtschaftlichen, rechtlichen und organisatorischen Herausforderungen anzugehen, mit denen die Gesundheitseinrichtung derzeit konfrontiert ist.
Eine Kommission mit außerordentlichen Befugnissen
Das Dokument sieht die sofortige Einsetzung einer „Kommission für Leitung und Überwachung“ vor, die mit der Analyse der wirtschaftlichen, vermögensrechtlichen und operativen Lage der Stiftung betraut ist und Maßnahmen vorschlagen sowie umsetzen soll, um „Effizienz, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit“ des vom Pater Pio gegründeten Werks künftig zu gewährleisten.
Die Kommission wird nicht nur beratende Funktionen haben. Leo XIV. räumt ihr außergewöhnlich weitreichende Befugnisse ein, darunter die Möglichkeit, die ordentlichen Leitungsorgane der Stiftung zu ersetzen und Entscheidungen der ordentlichen und außerordentlichen Verwaltung zu treffen.
Das Handschreiben legt außerdem fest, dass die Kommission Satzungsänderungen genehmigen, Verträge unterzeichnen, vermögensrechtliche Transaktionen durchführen und auf alle wirtschaftlichen und administrativen Unterlagen der Einrichtung zugreifen kann, ohne dass weitere Genehmigungen erforderlich sind.
Der Heilige Stuhl betont, dass diese Maßnahmen die Kontinuität der karitativen und spirituellen Mission der „Casa Sollievo della Sofferenza“ sicherstellen sollen, eines der bedeutendsten katholischen Krankenhauszentren Italiens.
Das vom heiligen Pio von Pietrelcina gegründete Werk
Die „Casa Sollievo della Sofferenza“ wurde vom Pater Pio als großes Werk der Nächstenliebe zur Versorgung von Kranken, Pilgern und bedürftigen Familien gegründet. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Krankenhaus zu einer der wichtigsten Gesundheitseinrichtungen Süditaliens und zu einem der bedeutendsten materiellen und spirituellen Vermächtnisse des kapuzinischen Heiligen.
Leo XIV. erinnert daran, dass die Kirche eine besondere Verantwortung für Einrichtungen trägt, die zur Pflege Kranker entstanden sind, und hebt die Notwendigkeit hervor, diese Werke an die zeitgenössischen Herausforderungen in den Bereichen Wirtschaft, Technik und Recht anzupassen.
Die Mitglieder der Kommission
Der Papst ernannte den Arzt Maximino Caballero Ledo, derzeit Präfekt des Wirtschaftssekretariats des Heiligen Stuhls, zum Präsidenten der neuen Kommission; der Arzt Fabio Gasperini wird als operativer Koordinator tätig sein.
Weitere Mitglieder sind Monsignore Paolo Rudelli, Monsignore Giordano Piccinotti und Monsignore Giorgio Ferretti sowie ein technischer Ausschuss aus juristischen und wirtschaftlichen Experten.
Das päpstliche Dokument sieht vor, dass die Kommission so lange tätig bleibt, bis der Papst ihre Mission für abgeschlossen erklärt.